Sakrales und Säkulares friedlich vereint

Janet und John

Janet

Küss mich, lass deine sanfte Zunge wandern. O der Genuss, wenn unsre Lippen sich begegnen, denn deine Liebe schmeckt mir besser als der Wein, steigt mir zu Kopf, lässt mich die Welt vergessen, ich bin betört von deinem Duft.

Alle reden gern von dir, als sei dein Name eine Formel für das Glück. John, John, John perlt es über ihre Lippen. Du lächelst, und mich nimmst du mit; verschwindest mit mir von der Party. Wir brennen zusammen durch, feiern allein, sind uns Gesang, Musik genug. Deine Liebe schmeckt besser als die Kostbarkeiten aus dem Weinkeller, und was soll das leere Plappern im Kreis der ahnungslosen Feiernden. Du stehst im Mittelpunkt, aber du siehst nur mich. Ich sehe dich und denke: Kein Wunder, dass alle sich damit brüsten, John zu kennen, John zu nennen. Sollen sie ruhig, nur ich allein erkenne ihn.

Die Sonne hat meine Haut getönt, meine Freundinnen machen sich lustig, weil sie vornehme Blässe für erstrebenswert halten, doch ich weiß: Mein John liebt das Natürliche, kann die Augen nicht abwenden, und so soll es sein. Ich habe ihn gewarnt: Was, wenn du alles siehst?

Wo arbeitest du eigentlich, John? Wo kann ich dich in deiner Mittagspause finden, um wen kümmerst du dich, wenn du nicht mit mir zusammen bist? Hältst du mich absichtlich aus dem Kreise derer fern, denen deine Aufmerksamkeit gilt?

John

Ob du mich findest, oder nicht, du schönste aller Frauen, kein Zweifel soll dich drücken. Wir können noch nicht rund um die Uhr beisammen sein. Aber mach dir keine Sorgen, ich vergesse dich keine Minute. Ich denke an dich, sehe vor mir, wie deine goldenen Ohrringe über deinen Wangen tanzen, deine Halskette sich in die kleine Grube über deinen Brüsten schmiegt. Könnte ich doch jetzt deine Haut kosten, das Grübchen unter deinem Hals schmecken.

Ich werde dich mit Schmuck beschenken, der deine Schönheit unterstreicht, Akzente setzt, Schmuck aus feinem Silber auf deiner getönten Haut.

Janet

Was brauche ich Schmuck… Ich will nur in deiner Nähe sein. Wenn du neben mir liegst, betört mich dein Duft, der den ganzen Raum erfüllt. Du bist mein sanfter starker Held, deine Hand ruht zwischen meinen Brüsten, dein Kopf entspannt auf meinem Bauch. Du bist zärtlich mit mir. Eine Welt des Wohlbefindens tut sich auf, ein Bouquet von wilden Blumen, nur für mich gepflückt auf den geheimen Hügeln.

John

Sei mild mit mir. Sei behutsam mit mir. Sei sanft mit mir. Du bist so hübsch, meine liebste Freundin, wie gerne versinke ich in deinen Augen.

Janet

Und du, mein süßer Liebhaber, wie gut du aussiehst! Das Bett, das wir teilen, wird es nicht jedes Mal zur Waldlichtung am See, unbekümmert trotz fremder Blicke, versunken in einer fernen Welt? Weißt du noch, wie wir einander unter dem Dach der Bäume fühlten, erinnerst du dich an den Duft von Harz und Kräutern, frischem Gras? Ich will deine wilde Blume sein, gepflückt an den verträumten Seen dort im stillen Tal.

John

Du bist meine Lotosblüte, blühst unter all dem Unkraut nur für mich, mein einziges geliebtes Mädchen unter all den Frauen in der Stadt. Mädchen, liebes. Liebes Mädchen. Sei zärtlich mit mir. Du bist meine Lotosblüte.

Janet

Du bist mein Aprikosenbaum im Nadelwald, in voller Blüte unter all den schäbigen Gewächsen. Ich will in deinem Schatten sitzen, deine Liebe schmecken und genießen. Mein Mund liebt den Geschmack, der dir entspringt. Du hast mich auf ein Festmahl eingeladen, ich forschte mit den Lippen und schmeckte Köstliches. Wie haben deine Augen mich dabei verschlungen! Mir wird ganz schwindelig, entkräftet wie von tagelangem Fasten – ich falle vor Liebe in Ohnmacht. Deine linke Hand streicht über meinen Kopf, dein rechter Arm umschließt meine Hüften und die Welt löst sich um uns auf.

Ich sollte meine Freundinnen warnen, was die Liebe mit einer Frau anstellt, wenn sie erst entfesselt ist. Das hält man nicht aus, man ahnt nicht, was auf einen einstürzen wird. Doch wie könnte eine Frau sich jemals darauf vorbereiten: Ich schaue auf, und stehe in Flammen! Da kommt er, mein Liebhaber, mein ein und alles. Sein Schritt ist federnd, er stellt sich auf die Zehenspitzen, seine Augen suchen den Irish-Pub nach mir ab. Er ist voller Vorfreude, Spannung, Erregung, denn er kommt zu mir! Er sieht mich endlich, er ist da, er flüstert seine Liebe mir ins Ohr. Wer würde da nicht weiche Knie bekommen?

John

Steh auf, meine liebste Freundin, meine wunderschöne Geliebte, steh auf und komm mit! Schau dich um, der Frühling ist da, Blüten und frisches Grün überall, die ganze Welt bejubelt das Ende des Winters. Was sollen wir hier sitzen, wenn draußen die Natur erwacht? Steh auf, meine Geliebte, komm mit hinaus. Sei sanft mit mir. Warum solltest du dich schüchtern hier verbergen – jeder und jede soll dich sehen, denn ich bin stolz auf dich. Komm mit nach draußen, du weißt, wie gerne ich dein Gesicht im Sonnenlicht bewundere. Sei nachsichtig mit mir. Erzähl mir was, wie habe ich mich nach deiner Stimme gesehnt…

Janet

Nur, wenn du mich vor den Füchsen beschützt, die da draußen lauern. Du weißt schon, die Kerle, die mich mit ihren Blicken ausziehen. Der dicke Mann im weißen Kittel, der dunkle Mann mit der Tenorstimme… beschütze mich. Ich gehöre nur dir und du gehörst nur mir – die ganze Nacht wollen wir uns lieben, hast du Lust? Lass uns zärtlich sein, und wild, und verträumt, und übersprudelnd, und schüchtern, und hemmungslos, und…

Komm zu mir, sei meine scheue Gazelle und mein wilder Hengst. Sei mild mit mir.

Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen, weil du nicht da warst. Ich habe mich hin und her gewälzt, wollte dich spüren, mein einsamer Körper schmerzte mich. Also bin ich aufgestanden und durch die Stadt gegangen, habe in Cafés und Bars geschaut, in Kneipen und Restaurants nach dir gesucht. Ich habe sogar einer Polizeistreife dein Foto gezeigt, gefragt, ob sie dich gesehen hätten, so verzweifelt habe ich mich nach dir gesehnt…

Doch schon an der nächsten Kreuzung fand ich dich, meinen verlorenen Liebsten! Ich schloss dich in die Arme und wollte dich nie wieder loslassen, hielt dich fest, bis wir zu Hause waren, endlich vor dem Kamin aufs Lager sanken.

So unvernünftig habe ich mich aufgeführt – ich sollte wohl wirklich meine Freundinnen vor der Liebe warnen. Wer darauf nicht vorbereitet ist…

Ich verliere regelmäßig den Verstand, wenn du nicht bei mir bist. Dann sehe ich deinen uralten grünen Mercedes von ferne kommen, und in meinem Kopf wirst du zum König, der auf einer goldenen Kutsche vorfährt. Deine Haare glänzen und schimmern im Sonnenlicht, dein Lächeln… verlier es bitte nie!

Bitte, verliere nie dein Lächeln. Es ist so selbstlos, so echt, so vollkommen, so ausdrucksvoll und so stark! Deine Lippen sind so makellos, so zärtlich… Dein Mund lädt mich ein, deine Wangen schmiegen sich sanft an meine weiche Haut. Die zarte kleine Linie auf deinem Nacken… kein Wunder, dass dir alle Frauen hinterher schauen! Was sie nicht sehen, sind die duftenden Konturen deines Körpers, deine männlichen Formen, die gehören nur mir. Weißt du noch, geliebter John, im Freibad aus dem Wasser steigend, was deine nasse Badehose nicht verbergen konnte?

Du lädst mich ein und ich komme! Ich bleibe bis zur Morgendämmerung, bewundere dich von Kopf bis Fuß, kann mich nicht satt sehen an dir, unvergleichlich, vollkommen!

John

Wir könnten einfach weggehen, Janet, meine Liebste. Sei einmal unvernünftig, die Welt ist viel größer als nur unser Versteck auf der Waldwiese; komm, verlassen wir Berlin, fahren wir nach Magdeburg.

Du hast mein Herz erobert, beim ersten Blick in deine Augen. Du hast mich angesehen und ich war hoffnungslos verliebt. Deine Liebe tut mir wohl, erfüllt mich bis ins Innerste, ich möchte Tag und Nacht dich schmecken, atmen, fühlen! Ich werde gesund durch deine Liebe. Deine Küsse auf meiner Haut gehen durch Mark und Bein, jedes Wort deiner Stimme in meinem Ohr ist ein kostbares Geschenk. In deinem Garten fließt mir Heilung für den Leib. Selbst deine Kleider duften Freiheit, frisch wie ein Wind vom Berg herab. Du bist von Kopf bis Fuß nur Labsal für meine Lippen, wie gerne trinke ich aus deiner Quelle. Für Körper und Seele bist du mein Paradies, ein Garten voll mit köstlichsten Früchten. Ich liebe es, von dir zu kosten, dich zu schmecken, dich zu riechen, einzutauchen in deine Düfte und jeden Millimeter deiner Schönheit zu erforschen.

Janet

Wach auf, Nordwind, beweg dich, Südwind! Bring den Duft aus meiner Quelle zu meinem John, damit er kommt und mit den Lippen von den feinen, reifen Früchten kostet!

John

Ich bin gekommen, ich habe gekostet, Duft geatmet, Frucht und Honig geschmeckt, meine Geliebte! Ein Hoch auf die Liebe! Ein Hoch auf das Leben! Ich bin betrunken von deinem Geschmack auf meiner Zunge.

Janet

Ich habe tief geschlafen, aber in meinem Traum war ich hellwach, weil ich gehört habe, dass mein geliebter John an meine Türe klopft.

John

Lass mich herein, liebe Gefährtin, kostbare Freundin, vollkommene Liebhaberin! Ich bin ganz klamm von der Nacht, vom Tau durchtränkt, mir ist kalt, ich friere!

Janet

Ich habe nur den Schlafanzug an, soll ich mich etwa mitten in der Nacht anziehen? Ich habe geduscht und liege im Bett – soll mich dein Schweiß benetzen?

Doch mein Liebster wollte kein Nein akzeptieren. Je länger er klopfte, desto erregter wurde ich. Als ich schließlich aufstand, um ihn hereinzulassen, war ich bereit, ihn zu empfangen. Ich begehrte ihn, sehnte mich nach ihm, als ich den Türgriff in der Hand hielt.

Doch er stand nicht mehr vor der Türe, war in die Nacht hinein verschwunden, des Wartens müde und enttäuscht! Mir wurde bitter kalt, ich starb. Ich rannte in die Nacht hinaus, um ihn zu suchen, und nirgends konnte ich ihn finden, rief seinen Namen in die Dunkelheit hinaus, und hörte aus ihr keinen Laut.

Zwei Wächter sahen mich, sie schlugen und sie traten mich, rissen mir den Pyjama grob vom Leib – der dicke Mann im weißen Kittel und dunkle Mann mit der Tenorstimme, so wirkten sie in meinem Traum, in meinem Wahn. Ich war verrückt vor Liebe und allein, so dass sie mich für feile Beute hielten. In meinem Traum war ich hellwach – ach hätte ich doch auch geträumt, dass alles nur ein Traum! Ich riss mich los, schrie deinen Namen in die Finsternis, ich warf mir vor: Warum nur habe ich sein Klopfen ignoriert? Wie konnte ich so lange liegen bleiben, da doch mein John vor meiner Türe stand?

Ich rief meine Freundinnen an und flehte, sie sollten meinem Geliebten sagen, wie sehr ich ihn begehre – wie krank mein Herz vor Sehnsucht sei.

Was ist so toll an diesem Schatz, wollten sie von mir wissen, was zeichnet ihn denn aus, dass wir in deine Suche uns begeben?

Er ist ganz unvergleichlich, versuchte ich dich zu erklären, und es gibt keinen sonst wie ihn! Er ist so rein wie Gold, strotzt vor Gesundheit, seine Augen sind sanft und klug, sprechen ihre stille Sprache, selbst noch die Furchen im Gesicht, sie strahlen Einzigartigkeit und Liebe aus! Er ist sanft mit mir. Seine Stimme ist fest aber warm, seine Worte schenken Sicherheit und Ruhe. Unter seiner Haut arbeiten kräftige Muskeln, sein Körper gleicht einer antiken Skulptur, fest und glatt wie poliertes Holz. Er steht verwurzelt im Leben, unerschütterlich und unbeirrbar. Er spricht nicht viel, schweigt stundenlang, doch seine Worte sind Küsse und seine Küsse sind Worte. Alles an ihm erfreut mich, tut mir wohl, erregt mich durch und durch! Das ist mein Liebhaber! So ist mein John, ihr Freundinnen!

In welche Richtung ist er denn verschwunden? Wo um alles in der Welt sollen wir ihn suchen? Wir würden dir ja suchen helfen, aber wo?

Lasst es gut sein, ich spüre, dass er auf dem Weg schon ist. Sehnt sich danach, mich zu berühren, zu liebkosen, meine Farben und Formen mit den Fingerspitzen nachzuzeichnen. Ich gehöre ihm und er gehört mir. Er hat geheime Namen mit unsichtbarer Schrift auf meine Haut geschrieben, berührt so gern meine, seine, unsere duftende Lotosblüte. Ihr Freundinnen, ich spüre es, er ist schon auf dem Weg!

Ich wachte auf und meinte, dich zu spüren.

John

Ich habe auch geträumt, meine liebste Freundin, meine unbeschreibliche Schöne, meine Sehnsucht. Ich habe geträumt, dein Bild hat mich hineingerissen in eine taumelnde Erregung!

Ich wachte auf und meinte, dich zu spüren.

Lass mich gehen. Deine Schönheit wird mir zu viel, ich halte diese Liebe nicht aus, ich drehe durch, ich bin verloren! Dein Haar schimmert und dein Lächeln lädt mich ein – ausdrucksvoll und stark und rein! Deine weichen Gesichtszüge hinter dem Schleier deiner Haare… es gibt niemanden wie dich auf Gottes grüner Erde! Es wird auch nie wieder eine wie dich geben! Du bist unvergleichlich, vollkommen, wer immer dich erblickt, verharrt in sprachloser Bewunderung. Lass mich gehen. Lass mich nicht gehen. Sei nachsichtig mit mir.

Schon als Kind haben sich Nachbarn und Verwandte um dich geschart und geschwärmt: Hat man jemand je so Wunderbares zu Gesicht bekommen? Frisch wie Tau, lieblich wie der Mond, strahlend wie die Sonne, bezaubernd wie ein nächtlicher Himmel mit Galaxien von Sternen!

Ich blickte eines Tages um mich, ohne zu ahnen, dass du mir begegnen würdest. Ich betrachtete die jungen Mädchen, die durch die Frühlingslandschaft schlenderten, die Hähne, deren Brust sich schwellte, den dicken Mann mit dem weißen Kittel und den dunklen Mann mit der Tenorstimme, mein Blick, er wanderte umher, und noch bevor ich wusste, was geschah, ging mir mein Herz an dich verloren. Inmitten der belanglosen Menschen und frei schweifenden Gedanken…

Tanz für mich, Janet, mein Engel, meine Prinzessin. Tanz nur für mich, lass meine Augen sich an deiner Grazie weiden. Was würden ich nicht geben, nur um dich Stund um Stunde zu betrachten… die zarten Füße, deinen Elfenkörper. Der Bauch, der unsichtbar geschrieben unsere geheimen Namen trägt. Die Arme, die mich halten, wenn ich haltlos bin. Dein Körper ist ein Kelch, gefüllt mit köstlichem Wein, lass mich davon kosten! Deine gebräunte Haut ist Seide, jede Bewegung schimmert wie ein reifes Kornfeld im Sommerwind, kein Strauch verbirgt jetzt mehr den Zugang zum geheimen Brunnen – für mich hast du gerodet. Deine Brüste sind makellos, perfekte Zwillinge, dein Nacken schlank und sanft wie eine Schnitzerei. Deine Augen sind Quellen des Lichtes, mysteriös, Verkörperung des Weiblichen.

Dein Profil zieht alle Blicke auf sich, erregt die Aufmerksamkeit von jedem Mann. Sie meinen, dich zu kennen, doch ich allein erkenne dich. Welch Taumel der Gefühle, in die mich dein Anblick stürzt! Mein Begehren erwacht, ich sehne mich nach dir, schon der Gedanke an dich lässt mich für alle anderen ganz ungenießbar sein. Deine Schönheit, innerlich wie äußerlich, ist makellos, meine geliebte, einzigartige Gefährtin!

Ich nahm Platz auf dem Boden zu deinen Füßen. Sessel, Stühle, Sofas überall. Doch nirgends sonst hätte ich den Platz gefunden, der mich heilt.

Wie gerne liege ich zu Füßen dir und sage: Ich werde diesen Baum emporklimmen, mein Mund wird seine Früchte schmecken. O ja, meine Zunge wird deine Brüste streicheln, dann schmecke ich den kühlen frischen Atem, wenn unsere Lippen sich treffen, wenn wir eins werden in der Umarmung. Sei mild mit mir. Dein Kuss, er schmeckt so unvergleichlich gut!

Janet

Deiner auch, mein Geliebter, vier Lippen treffen sich und werden eins in Liebe. Ich gehöre dir, mein Liebhaber, bin alles, was du willst!

Komm, mein liebster John, wir fahren in ein anderes Land. Wir übernachten in einem Gasthof irgendwo am Wegesrand, und wenn wir morgens aufwachen, hören wir schon die Vögel singen. Dann gehen wir in den Wald, suchen nach wilden Früchten und seltenen Blumen. Dort in der Wildnis gebe ich mich hin, Geliebter, Einzigartiger, dort schenke ich mich meinem John. Wir sind vom Duft der wilden Frucht umgeben, alles blüht und sprießt in Fruchtbarkeit, und du darfst einen Garten schmecken, den ich für dich nur pflege und bewahre, vom Unkraut rein, und den ich selber nie erkunde.

Wenn du mein Bruder wärst – wir müssten nicht mehr fliehen. Wer würde sich dabei was denken, wenn du mich in die Arme schließt. Ich würde dich nach Hause führen und du könntest meinen Wein trinken, meine Wangen küssen.

Ich träume wieder… Mein Kopf auf deiner linken Hand, dein rechter Arm geschmiegt um meine Hüften. Wie gefährlich es doch ist, sich zu verlieben, man sollte alle Mädchen warnen, worauf sie sich einlassen… Sie ahnen ja nichts! Sie tuscheln nur: Mit wem kommt sie da Arm in Arm spaziert, nach ihrem Ausflug in ein fremdes Land?

John

Du bist unter dem Aprikosenbaum eingeschlafen und ich habe dich mit Liebe geweckt. Sei behutsam mit mir.

Dein Garten, ach, beträtest du ihn selbst, ihn zu erkunden unter meinen sehnsuchtsvollen Blicken. Doch sei es deine Wahl, wenn je mein Wunsch geschehe.

Janet

Trag meinen Ring am Finger, mein Geliebter. Liebe ist unüberwindlich, besteht in jeder Gefahr, überdauert den Tod. Unsere Leidenschaft lässt uns den größten Schrecken noch verlachen. Das Feuer der Liebe hält vor nichts inne, kein Regen, keine Flut kann es auslöschen. Liebe kann man nicht kaufen oder verkaufen, sie ist nicht auf dem Markt zu haben.

Mein großer Bruder hat sich einst gesorgt: Die kleine Schwester hat noch keine Brüste, was, wenn ein Mann sich für sie interessiert? Sie muss beschützt werden, die so zerbrechlich ist, man muss doch ihre Jungfräulichkeit hinter festen Türen und Mauern vor der Welt verbergen.

Nein, mein großer Bruder, meine Brüste sind gewachsen. Wenn mein Geliebter mich sieht, dann weiß er, dass sein Hunger bald gestillt sein wird.

John

Ich habe viele Freunde, es mangelt auch nicht an Verlockungen rund um mich her. Aber mein Garten gehört nur uns, ich teile ihn mit dir, mit keiner außer dir, geliebte Janet. Du sollst stets deinen Weg in meinen Garten finden, den ich für dich geglättet habe, erkunden und liebkosen was dir Freude macht. Sei zart mit mir. Ich liebe dich. Ich sehne mich nach deiner Stimme, Janet, sprich mit mir!

Janet

Was bliebe noch zu sagen? Und überhaupt: Der Stunden schweigt, will Worte von mir heischen? Wozu, warum, die Liebe braucht doch keine Silben.

Komm zu mir, schnell, und eile, mein Geliebter! Komm schüchtern wie Gazellen, komm wild wie ein entflammter Hirsch. Der Aprikosenbaum steht schon in voller Blüte, der Garten wartet, öd und leer. Komm zu mir, John, ich liebe dich.

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