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	<title>Günter J. Matthia</title>
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	<description>Sakrales und Säkulares friedlich vereint</description>
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		<title>Günter J. Matthia</title>
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		<title>Ein Wort zum nunmehr fehlenden Artikel</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 10:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo ist denn der Beitrag »Das Ende der charismatischen Bewegung« geblieben, fragen sich und mich einige Leser. Die Antwort ist ganz einfach: Ich habe ihn von meinen Seiten entfernt.
Der Grund ist folgender: Offensichtlich haben hier mit Bedacht nicht näher bezeichnete »nationale Agenturen« aus meinem Gesamttext einige Ausschnitte herausgenommen und daraus etwas konstruiert, was überhaupt nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=455&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="_mcePaste">Wo ist denn der Beitrag »Das Ende der charismatischen Bewegung« geblieben, fragen sich und mich einige Leser. Die Antwort ist ganz einfach: Ich habe ihn von meinen Seiten entfernt.</div>
<div id="_mcePaste">Der Grund ist folgender: Offensichtlich haben hier mit Bedacht nicht näher bezeichnete »nationale Agenturen« aus meinem Gesamttext einige Ausschnitte herausgenommen und daraus etwas konstruiert, was überhaupt nicht meiner Absicht mit dem Beitrag entsprach.</div>
<blockquote>
<div id="_mcePaste">Fakt ist, dass nicht zuletzt aufgrund Ihrer Veröffentlichung, nationale Agenturen das Ende der charismatischen Bewegung in Deutschland vermelden, was so ganz sicher nicht stimmt. Das ist eine absolute Falschmeldung, die dazu geeignet ist die bestehenden Gemeinden der Bewegung unter Druck zu setzen und sie der Orientierungslosigkeit preis zu geben. &#8230; Das würde heissen, dass die Gemeinden sich quasi auflösen und ihre Inhalte preisgeben für die sie gestanden haben und es die Bewegung so nicht mehr gibt. Das kann so nicht gemeint sein.</div>
</blockquote>
<div id="_mcePaste">Dies schrieb mir (unter anderem) jemand aus einer großen Gemeinde im Süden Deutschlands, deren Pastor ich außerordentlich schätze. Ich mag in manchen Punkten nicht mit dem übereinstimmen, was dieser oder andere Pastoren lehren, aber es war nie meine Intention, irgend einer Gemeinde, sei sie nun charismatisch oder nicht, Schaden zuzufügen.</div>
<div>Mir geht es, ob nun katholische, evangelische, methodistische, charismatische, baptistische oder sonstige Prägung vorliegt, darum, dass die Gemeinde (als Ganzes verstanden) ihrer Bestimmung näher kommt: Die Hölle zu plündern und den Himmel zu bevölkern, um es mit den Worten des von mir ebenfalls hoch geschätzten Reinhard Bonnke zu sagen.</div>
<div id="_mcePaste">Wenn ich also meinen als Diskussionsanstoß gedachten Beitrag hier entfernt habe, dann nicht deshalb, weil ich in den darin angesprochenen Punkten meine Meinung geändert hätte, sondern darum, weil er von gewissen Seiten her missbraucht wurde.</div>
<div>Ich bleibe dabei, dass aus meiner (sicherlich beschränkten) Sicht die emergente Bewegung die momentan einzig erkennbare Chance ist, als Gemeinde wieder relevant zu werden für unsere Gesellschaft. Dabei werden Fehler passieren, Irrtümer unterlaufen, Korrekturen notwendig werden.</div>
<div>Und ich bleibe dabei, dass die charismatische Bewegung ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Gemeindelandschaft ist &#8211; in dem genauso Fehler passieren und Irrtümer unterlaufen und Korrekturen notwendig sind.</div>
<div>Ich hoffe, dass dies &#8211; zumindest soweit es mich betrifft &#8211; zur Beseitigung von Missverständnissen beitragen kann.</div>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/gjmberlin.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/gjmberlin.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/gjmberlin.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/gjmberlin.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/gjmberlin.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/gjmberlin.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/gjmberlin.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/gjmberlin.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/gjmberlin.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/gjmberlin.wordpress.com/455/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=455&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Admin</media:title>
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	</item>
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		<title>Der Zehnte &#8211; Quelle der Armut?</title>
		<link>http://gjmberlin.wordpress.com/2009/07/01/der-zehnte-quelle-der-armut/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 09:03:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube]]></category>

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		<description><![CDATA[Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, Dill und Kümmel, und laßt dahinten das Schwerste im Gesetz, nämlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies soll man tun und jenes nicht lassen. (Matthäus 23, 23)
»Dies soll man tun und jenes nicht lassen« wird oft als Beleg dafür angeführt, dass [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=425&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><blockquote><p><img class="alignright" src="http://www.sxc.hu/pic/m/s/sv/svilen001/1142447_thinking_about_money_1.jpg" alt="" width="209" height="156" />Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, Dill und Kümmel, und laßt dahinten das Schwerste im Gesetz, nämlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies soll man tun und jenes nicht lassen. (Matthäus 23, 23)</p></blockquote>
<p>»Dies soll man tun und jenes nicht lassen« wird oft als Beleg dafür angeführt, dass Jesus die Praxis des Alten Testamentes, den Zehnten in das Heiligtum zu bringen, auch für seine Nachfolger als gültig erklärt habe. Wenn man so argumentiert, muss man allerdings folgendes beachten:</p>
<blockquote><p>Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen&#8217;s zwar, tun&#8217;s aber nicht. (Matthäus 23, 1-3)</p></blockquote>
<p>So beginnt der Absatz, aus dem der eingangs zitierte Satz stammt. Aha. Wir sollen also alles tun und halten, was uns die Schriftgelehrten und Pharisäer sagen. Na prima. Und wo sind sie nun, die Schriftgelehrten und Pharisäer des Jahres 2009? Sind es die Pastoren und Ältesten, die Bischöfe und Pfarrer? Vermutlich würden diese Herren (und gelegentlich Damen) es nicht so gerne hören, wenn man sie als Pharisäer bezeichnet.</p>
<p>Man muss wohl schon den gesamten Abschnitt betrachten, statt ein paar Verse herauszureißen. Matthäus 22 und 23 haben damit zu tun, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten »Rat hielten, wie sie ihn (Jesus) in seinen Worten fangen könnten.« Dem Bericht des Matthäus zufolge hatte Jesus eine ganze Menge über die und zu den Pharisäern, Sadduzäern und anderen Anklägern zu sagen: »Ihr Schlangen, ihr Otternbrut!« »Ihr Heuchler.« »Ihr Narren und Blinden!« »Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!«</p>
<p>Dennoch sollten die Jünger Jesu das tun, was diese Leute sagten. Nämlich das Gesetz halten. Zum Gesetz gehört der Zehnte:</p>
<blockquote><p>Alle Zehnten im Lande von Samen des Landes und von Früchten der Bäume sind des HERRN und sollen dem HERRN heilig sein. Will aber jemand seinen Zehnten lösen, der soll den Fünften darübergeben. Und alle Zehnten von Rindern und Schafen, von allem, was unter dem Hirtenstabe geht, das ist ein heiliger Zehnt dem HERRN. Man soll nicht fragen, ob&#8217;s gut oder böse sei; man soll&#8217;s auch nicht wechseln. Wird&#8217;s aber jemand wechseln, so soll&#8217;s beides heilig sein und nicht gelöst werden. (3. Mose 27, 30-33)</p></blockquote>
<p>Zum gleichen Gesetz gehört auch diese Anweisung:</p>
<blockquote><p>Wer des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Ob Fremdling oder Einheimischer, wer den Namen lästert, soll sterben. Wer irgendeinen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben. Wer aber ein Stück Vieh erschlägt, der soll&#8217;s ersetzen, Leben um Leben. Und wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man tun, wie er getan hat, Schaden um Schaden, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er einen Menschen verletzt hat, so soll man ihm auch tun. &#8230; Es soll ein und dasselbe Recht unter euch sein für den Fremdling wie für den Einheimischen; ich bin der HERR, euer Gott. (3. Mose 24, 16-22)</p></blockquote>
<p>Bitte nicht vergessen, unsere Anweisung lautet: »<em>Alles </em>nun, was sie euch sagen, das tut und haltet.« Das Töten eines Lästerers gehört zweifellos dazu, denn es ist genau wie der Zehnte Teil des Gesetzes. Oder auch diese Anweisungen:</p>
<blockquote><p>Wenn ein Mann bei einer Frau liegt zur Zeit ihrer Tage und mit ihr Umgang hat und so den Brunnen ihres Blutes aufdeckt und sie den Brunnen ihres Blutes aufdeckt, so sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden. &#8230; Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe gebrochen hat.</p></blockquote>
<p>Ich meine, dass diese paar Ausschnitte aus dem Gesetz reichen sollten, um uns vor Augen zu führen: Wir tun <em>nicht</em>, was die Pharisäer und Schriftgelehrten sagen. Und das ist auch, mit Verlaub, gut so.</p>
<p>Paulus äußerte ganz andere Vorstellungen. Es verwarf den Zehnten und schrieb:</p>
<blockquote><p>Ein jeglicher gebe nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. (2. Korinther 9, 7)</p></blockquote>
<p>Die Gemeinde Jesu Christi hatte sich schon zuvor darauf geeinigt, inwieweit das Gesetz des Alten Bundes für die Christen des Neuen Bundes gelten sollte:</p>
<blockquote><p>Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl! (Apostelgeschichte 15, 28)</p></blockquote>
<p>Daran hielt sich die Gemeinde Jahrhunderte lang. Der Zehnte wurde tatsächlich erst viel später wieder eingeführt. Im Alten Testament diente er dazu, die Leviten (die als Priester keinen Landbesitz hatten) zu versorgen und den Armen zu helfen. Als Papst Gregor im Jahr 722 den Zehnten wieder aufgriff, hatte er die gleiche Idee:</p>
<blockquote><p>Aus den Einkünften der Kirche und den Opfergaben der Gläubigen soll er [Bonifatius] vier Teile machen: Einen davon soll er für sich behalten, den zweiten unter den Geistlichen verteilen, entsprechend ihrem Eifer in der Erfüllung ihrer Pflichten, den dritten Teil soll er an die Armen und Fremden geben, den vierten soll er aber für den Kirchenbau zurücklegen. (Bonifatiusbriefe)</p></blockquote>
<p>Papst Zacharias sah das 748 ähnlich:</p>
<blockquote><p>Was aber die Zehnten der Gläubigen betrifft, die in den Kirchen dargebracht werden, so soll es nicht im Belieben des Gebers liegen, sie zu verteilen. Denn die Satzungen der heiligen Väter bestimmen, dass daraus vom Bischof vier Teile gemacht werden sollen. &#8230; Daraus müssen nämlich die Almosen bereitgestellt werden, daraus muss der Kirchenbau und die Altarausstattung bezahlt werden &#8230; (Bonifaziusbriefe)</p></blockquote>
<p>Nach der Reformation wurde der Zehnte dann zunächst in protestantischen Gebieten wieder abgeschafft, weil der Staat die Versorgung der Kirchen übernahm, inzwischen versorgt der Staat bekanntlich auch die katholischen Gemeinden.</p>
<p>Und da liegt nun der Hase im Pfeffer. Freikirchen und unabhängige Gemeinden werden vom Staat nur insofern unterstützt, als ihnen (meist) die Gemeinnützigkeit gewisse steuerliche Vorteile bringt, auch Spenden an sie sind steuerlich absetzbar. Also bleibt den freien Gemeinden und Kirchen ja gar nichts anderes übrig, als von den Gaben ihrer Mitglieder und Freunde zu leben. Das ist logisch, das kann jeder verstehen.</p>
<p>Es wäre daher ganz und gar richtig und nachvollziehbar, wenn die Verantwortlichen, genau wie in jedem anderen eingetragenen Verein oder Club oder was auch immer ihren Mitgliedern und Freunden sagen würden: »Wir haben diese und jene Kosten. Um sie zu decken, brauchen wir so und so viel Geld. Wenn Euch also unser Fortbestehen am Herzen liegt, dann entrichtet einen Mitgliedsbeitrag.«</p>
<p>Statt dessen wird vielerorts gepredigt, dass selbstverständlich der Zehnte gültiges göttliches Gesetz wäre. Es wird gar unterschwellig mit göttlicher Strafe in Form von Mangelerscheinungen, Armut und Misserfolg gedroht, falls der Gläubige es wagen sollte, nicht mindestens 10 Prozent seines Einkommens abzuliefern. Ausgerechnet der Halbsatz der Verneinung des Zehnten durch Paulus, dass Gott einen fröhlichen Geber lieb hat, wird bei der Opfersammlung zitiert: Wenn du jetzt nicht reichlich was in die Sammlung schüttest, dann mag Gott dich nicht. Ätsch!</p>
<p>Ich weiß nicht, ob die Finanzmisere mancher Gemeinden und Kirchen nicht etwas damit zu tun hat, dass auf die Gläubigen solch ein religiöser Druck, der oft genug in Manipulation und Angstmache ausartet, ausgeübt wird. Kann Gott eine Gruppe segnen, deren Führer sich solcher Mittel bedienen, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen? Vielleicht wäre es Gott angenehmer, ehrlich zu sagen: »Der Mitgliedsbeitrag beträgt 250 Euro im Monat, für Schüler, Studenten und Erwerbslose 80 Euro.« Oder was auch immer dem Bedarf angemessen sein mag. Vielleicht wäre dann die Geldnot mancher Gemeinde in Windeseile Vergangenheit? Wenn dem so wäre, dann könnte der Zehnte beziehungsweise die entsprechende Lehre mit Fug und Recht als Quelle der Armut gelten.</p>
<p>Ich höre schon beim Schreiben das häufige Argument mit Melchisedek und Abram.</p>
<blockquote><p>Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. (1. Mose 14, 18)</p></blockquote>
<p>Zweifellos geschah dies, bevor es das Gesetz gab. Diese Geschichte belegt aber lediglich, dass Abram ein einziges Mal in seinem Leben den Zehnten gab. Das ist nicht sonderlich viel. Und Melchisedek gab ihm sofort einen Teil zurück, weil er sowieso schon reich genug war. Also taugt das Beispiel absolut nicht als Argument für die Beibehaltung des Zehnten.</p>
<p>Nun meine ganz persönliche Erfahrung: Seit wir reichlich von unserem Einkommen austeilen, an Gemeinde, christliche Werke, in Not geratene Menschen jeglichen Glaubens oder Unglaubens, und zwar nicht zehn Prozent, sondern gelegentlich bis zu 50 Prozent, fließt uns durch unsere Arbeit und darüber hinaus mehr Geld zu, als jemals zuvor.</p>
<p>Das klingt völlig unlogisch und unvernünftig, aber so ist es nun mal. Wir haben vor einigen Jahren nicht angefangen, »Almosen« und Spenden zu geben, um dadurch zu Geld zu kommen, so wie es in manchen Gemeinden leider auch versprochen wird. Sondern weil wir Gott einfach dankbar waren und sind für das, was er uns alles geschenkt hat. Was wir austeilen, geben wir gerne, freiwillig, mit Freude und aus Dankbarkeit. Und Gottes Taschen sind offenbar voll genug, um uns weiter und immer mehr zu beschenken. Dadurch sind wir wiederum in der Lage, noch mehr auszuteilen. Das macht einfach Spaß, ehrlich!</p>
<p>Es leite aber bitte niemand daraus ein Rezept oder eine Regel ab. Das sei ferne! Wer nichts oder nicht viel hat, der wird von Gott nicht weniger geliebt als jemand, der finanziell gut versorgt ist. Segen Gottes ist nie und nimmer gleichbedeutend mit Überfluss und Wohlstand.</p>
<p>So etwas zu behaupten, wäre eine dreiste Lüge. Es hieße ja, dass Paulus von Gott nicht geliebt wurde, nicht gesegnet wurde, denn Paulus litt Hunger, fror, er arbeitete hart und oft reichte das Geld trotzdem nicht für das Lebensnotwendige. Auch die Gemeinde in Jerusalem, für die der Apostel landauf landab Geld sammelte, weil die Mitglieder verhungerten, wäre demnach außerhalb des göttlichen Segens gewesen. Welch ein Unsinn!</p>
<p>Zweifellos gibt es Menschen in den biblischen Berichten und auch heute, die von Gott reichlich mit Wohlstand gesegnet werden. Das ist wunderbar und hoffentlich dient dieser Finanzsegen dazu, denen zu helfen, die nichts oder wenig haben. Aber das Einkommen zum Maßstab des göttlichen Segens oder seiner Liebe zu machen, wäre ein fürchterliches Verbrechen an den Seelen derer, denen es wirtschaftlich nicht gut geht.</p>
<p><span style="color:#333333;font-family:Georgia;font-size:13px;line-height:20px;text-align:left;">Daher darf es nicht ohne Widerspruch bleiben, wenn jemand behauptet, der Zehnte wäre obligatorisch für Christen und wer reichlich Geld in die Gemeindesammlung gibt, würde zu materiellem Wohlstand gelangen.</span></p>
<p>Der Zehnte ist womöglich notwendig, um Gebäude und Gehälter zu finanzieren, aber da wäre doch ein Mitgliedsbeitrag ohne religiösen Druck die ehrlichere Alternative &#8211; finde ich zumindest.</p>
<ul>
<li>Quellen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zehnt" target="_blank">Der Zehnt (Wikipedia)</a> und <a href="http://bibleserver.com/" target="_blank">Die Bibel (Allgemeingut)</a></li>
<li>Anstoß zu dieser Streitschrift: <a href="http://www.kerstin.down-to-earth.de/2009/06/cooles-argument.html" target="_blank">Cooles Argument</a></li>
<li>Illustration: <a href="http://www.sxc.hu/photo/1142447" target="_blank">sxc.hu</a></li>
</ul>
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		<title>Wassermelonen</title>
		<link>http://gjmberlin.wordpress.com/2009/03/11/wassermelonen/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 09:17:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Kürzlich wurden nach dem Mahl bei Freunden Wassermelonen gereicht. Ich lehnte wie immer, wenn mir ein solches Angebot begegnet, dankend ab, denn ich esse keine Wassermelonen. Auch nicht rund 40 Jahre danach &#8230;
Wir waren zum ersten Mal anlässlich der Ferien ins Ausland verreist. Ich war wohl zehn Jahre alt, womöglich auch etwas jünger oder älter, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=414&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" title="Wassermelonen" src="http://www.sxc.hu/pic/m/z/za/zatrokz/1069979_watermelon_slices.jpg" alt="" width="240" height="179" />Kürzlich wurden nach dem Mahl bei Freunden Wassermelonen gereicht. Ich lehnte wie immer, wenn mir ein solches Angebot begegnet, dankend ab, denn ich esse keine Wassermelonen. Auch nicht rund 40 Jahre danach &#8230;</p>
<p>Wir waren zum ersten Mal anlässlich der Ferien ins Ausland verreist. Ich war wohl zehn Jahre alt, womöglich auch etwas jünger oder älter, aber nehmen wir einmal an, dass mich die Erinnerung nicht allzu sehr trügt. Im Grunde spielt es auch nicht unbedingt eine entscheidende Rolle. Wir waren zur Mittagszeit in Italien angekommen, mein Bruder und ich teilten uns das eine, meine Mutter und Großmutter das andere Zimmer einer Ferienwohnung in einem kleinen Ort am Lago di Caldaro. Vor uns lagen, meinte ich, fünf abenteuerliche Tage. Nachdem die Koffer ausgepackt waren, unternahmen wir einen nachmittäglichen Spaziergang, um die nähere Umgebung zu erkunden.<br />
Unweit des Ufers war Aufregendes zu sehen. Ein Lastwagen lag umgekippt im Straßengraben, an und für sich schon Grund genug für einen abenteuerlustigen Jungen wie mich, sich mit Begeisterung dem Ort des Geschehens zu nähern. Vom Fahrzeug hatte sich auf einen Teil der Straße und den Rand des daneben liegenden Weinberges eine Flut von Wassermelonen ergossen, meist unversehrt, nur zum Teil aufgeplatzt oder zerquetscht.<br />
Einige Einheimische betrachteten im Schatten eines Baumes stehend das Spektakel, das die Kinder aus dem Dorf veranstalteten. Diese sammelten Melonen in gewaltige Körbe, wobei sie jedoch auch den herzhaften Biss in die eine oder andere Frucht nicht verschmähten. Ein paar Polizisten sahen, an ihr Fahrzeug gelehnt, zu und kommentierten aufmunternd das Geschehen. Zumindest meinte mein Bruder, dass dies der Inhalt ihrer Zurufe und Bemerkungen sei, und mein Bruder, drei Jahre älter als ich, wusste meist das meiste viel besser als ich. Er hatte sich auf diese Reise schon zu Hause vorbereitet, indem er ein Taschenbuch mit den gebräuchlichsten italienischen Redewendungen aus der Bücherei ausgeliehen und dieses ausgiebig studiert hatte. Außerdem war er der Klassenbeste in Latein &#8211; er meinte, das reiche zusammen mit dem Reiseführer, um in Italien zumindest alles zu verstehen und das meiste ausdrücken zu können. Er konnte tatsächlich schon bei der Anreise für die ganze Familie Wegbeschreibungen, Hinweistafeln und diese oder jene Bemerkung Mitreisender übersetzen.<br />
Ein Traktor kam über einen Feldweg, auf dem Anhänger lagen weitere leere Körbe. Der Fahrer rief uns etwas zu, was mein Bruder erwartungsgemäß verstand.<br />
»Wir sollen beim Aufsammeln helfen«, erklärte er.<br />
Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Ich schnappte mir einen Korb und begann mit dem Auflesen. Als der Behälter voll war, brachte ich ihn, wie es die anderen Kinder taten, zurück zum Anhänger. Dort wurde er von einem fröhlichen Mann auf die Ladefläche entleert und zurückgereicht.<br />
Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, mir während der Arbeit fleißig den Bauch mit beschädigten Melonen zu füllen. Ohne Unterlass. Mein Bruder meinte nach einer Weile: »Hör auf zu essen, sonst wird dir schlecht.« Natürlich wusste ich es besser, es war ja mein Magen, nicht seiner.</p>
<p>Eine halbe Stunde später war der Anhänger gefüllt. Der Bauer, der den Traktor steuerte, sagte etwas, was ich nicht verstand. »Wir dürfen«, dolmetschte mein Bruder, »vom Rest mitnehmen, so viel wir tragen können.«<br />
Mir war bereits etwas merkwürdig zumute, vom Bauch her breitete sich ein Gefühl aus, das ich nicht sonderlich schätzte. Aber andererseits gab es bei uns zu Hause kaum einmal frisches Obst so viel man wollte, da unsere Haushaltskasse durch die Teilzeittätigkeit meiner Mutter nur unzureichend gefüllt wurde. Also aß ich noch ein paar Stücke und schichtete mir dann so viele Melonen aufeinander, wie ich mit den Armen halten konnte. Meine Beute brachte ich im Zimmer der Pension erst einmal in Sicherheit.<br />
Ich warf die Früchte auf mein Bett und rannte zur Toilette. Ich wusste nicht, was ich zuerst tun sollte: Die Hosen herunter oder den Mund über die Kloschüssel, denn beides war äußerst dringlich. Ich entschied mich, dass die volle Hose die unappetitlichere Alternative wäre und saß kaum, als auch schon die Bescherung aus beiden fraglichen Körperöffnungen entwich.<br />
Ich will den geschätzten Lesern die Details der nächsten halben Stunde ersparen. Jedenfalls lag ich danach ziemlich bleich und kraftlos im Bett. Dort blieb ich auch die nächsten Tage, wenn ich nicht gerade im Badezimmer war.<br />
Ein Arzt hatte nach mir geschaut, einer mit Deutschkenntnissen. Fiebermessen, Bauch abhören, Kopfschütteln. Und womöglich, ganz sicher war ich nicht, ein mühsam unterdrücktes Grinsen, jedenfalls presste er die Lippen etwas auffällig zusammen, als ich berichtete, dass ich wohl insgesamt so etwa 10 oder mehr Melonen verspeist hatte. Auf relativ nüchternen Magen. Und dann, als es mir ein wenig besser ging nach drei Stunden im Bett, noch mal zwei aus meiner Beute.<br />
Er murmelte etwas, was wie »stolto bambino« klang, und erklärte, was »riposo a letto« für meine Ferienwoche bedeutete. Er behielt leider recht. Erst am Abend vor der Abreise wichen Dauerdurchfall und Dauerübelkeit. Selbst Zwieback und Tee vertrugen sich in jenen Tagen des italienischen Abenteuers nicht sonderlich gut mit meinen Innereien.</p>
<p>Kürzlich, etwa 40 Jahre später, wurden nach dem Mahl bei Freunden wieder Wassermelonen gereicht. Ich lehnte wie immer dankend ab, denn ich esse keine Wassermelonen.</p>
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			<media:title type="html">Wassermelonen</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Linda 2 und Linda 4</title>
		<link>http://gjmberlin.wordpress.com/2009/01/20/linda-2-und-linda-4/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 07:56:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Spannung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gelegentlich fragen mich Leser, wann ich denn wisse, dass ein Text »fertig« sei. Die ehrliche Antwort lautet, dass meine Texte nie fertig sind. Irgendwann werden sie den Lesern präsentiert, und fünf Minuten später sehe ich dieses und jenes, was ich hätte anders machen sollen&#8230;
Manche Erzählung bleibt jahrelang unveröffentlicht, andere kommen relativ schnell aus der (virtuellen) [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=392&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://www.bod.de/index.php?id=296&amp;objk_id=187860" target="_blank"><img class="alignright size-full wp-image-398" title="Liebe und Alltag" src="http://gjmberlin.files.wordpress.com/2009/01/lundasmall.jpg?w=128&#038;h=206" alt="Liebe und Alltag" width="128" height="206" /></a>Gelegentlich fragen mich Leser, wann ich denn wisse, dass ein Text »fertig« sei. Die ehrliche Antwort lautet, dass meine Texte nie fertig sind. Irgendwann werden sie den Lesern präsentiert, und fünf Minuten später sehe ich dieses und jenes, was ich hätte anders machen sollen&#8230;</p>
<p>Manche Erzählung bleibt jahrelang unveröffentlicht, andere kommen relativ schnell aus der (virtuellen) Schublade, weil meine Bearbeitung mir »fertig« scheint. Und dann wird doch wieder gefeilt, geschrubbt und poliert. Nun will ich anlässlich des Erscheinens von »<a href="http://www.bod.de/index.php?id=296&amp;objk_id=187860" target="_blank">Liebe und Alltag</a>« den geneigten Lesern einen direkten Vergleich zwischen erster veröffentlichter Fassung (auf meinem Blog und im Kurzgeschichten-Forum) und der Version für das Buch gestatten, und zwar anhand der kurzen Kneipenszene, die »Linda« heißt, obwohl Linda schon längst weg ist.</p>
<h2>Linda &#8211; zweite Version für Blog und Forum</h2>
<p>»Jemand sollte Linda aufhalten«, murmelte einer in unser Gruppe am Tresen. »Sie hat eine Pistole in der Handtasche und ist auf dem Weg zu ihrem Verlobten.«<br />
Linda war schon durch den Ausgang der Bar verschwunden. Keiner von uns bewegte sich, obwohl wir wussten, dass wir etwas hätten unternehmen sollen. Oder rechtzeitig den Schnabel halten, aber niemand hatte bemerkt, dass Linda in die Bar gekommen war, und wir plauderten unbekümmert miteinander.<br />
Eigentlich war das Gespräch nur zufällig darauf gekommen, dass Lindas Verlobter mit Jenny geschlafen hatte. Haben sollte. Eventuell. Keiner wußte etwas, alle mutmaßten und ein Wort gab das andere, wie es eben so ist, wenn man an der Bar sitzt und schon ein paar Bierchen intus hat.<br />
Jetzt war Linda wieder weg.<br />
»Er weiß ja noch nicht einmal, dass sie auf dem Weg zu ihm ist«, meinte ich, »sie klopft an die Tür und peng!«<br />
»Was ist nur aus dieser Welt geworden&#8230;«, sagte der ältere Herr mit der braunen Mütze, von dem keiner so recht wusste, wer er war. Er saß so gut wie jeden Abend in der Bar, wie wir alle.<br />
Mein Vater hatte mir immer gesagt, dass zwischen Liebe und Hass nur eine hauchdünne Grenze existieren würde. Ist die erst einmal überschritten, gibt es kein zurück mehr. Vielleicht stand ich deshalb nicht auf, um Linda zu folgen, nahm ich deshalb nicht das Telefon in die Hand, um ihren Verlobten zu warnen.<br />
»Früher«, sagte Jack, »gab es noch Treue. Heute gilt das alles nichts mehr. Man kann gar nichts machen.«<br />
»Das geht nicht gut aus«, mutmaßte Paul. Paul meinte immer, er sei eben Realist, wir hielten ihn für einen unverbesserlichen Pessimisten. »Ich habe da ein ganz böses Gefühl, der Typ sollte auf der Hut sein, Linda hat eine Knarre und Linda ist stinksauer.«<br />
Ich entgegnete: »Warum muss er auch mit Jenny rummachen, er hat ja die Kiste der Pandorra selbst geöffnet!«<br />
»Jemand sollte Linda aufhalten«, murmelte wieder einer, ich glaube, es war Jack. Seine Stimme klang aber nicht so wie sonst. So, als kämpfte er mit den Tränen. Ausgerechnet unser harter Jack!<br />
Paul meldete sich wieder zu Wort, nachdem er sein Glas in einem Zug geleert hatte: »Es sind immer die Frauen, die den Männern zum Verhängnis werden.«<br />
»Simson wegen Delilah, Ahab wegen Jezebel, König David wegen Bathseba«, stimte ich zu. Ich gab gerne mit meiner Bildung ein bisschen an. Die anderen kannten das nicht anders.<br />
Paul nickte: »Und steckte nicht auch eine Frau dahinter, als Johannes der Täufer geköpft wurde?«<br />
»Linda hat geweint«, sagte die tränenschwangere Stimme. Es war tatsächlich Jack. »Die ganze Schminke verschmiert, und sie hat sich noch nicht einmal das Gesicht gewaschen, ist einfach losgestürmt. Hat in ihre Handtasche geschaut, die Pistole halb rausgezogen, wieder reingesteckt und weg war sie. Jemand sollte Linda aufhalten!«<br />
Ich ergänzte: »Eine Beretta, sie hat eine Beretta.«<br />
Wir nickten, alle, glaube ich. Der Wirt stellte volle Gläser auf den Tresen.<br />
Ich trank einen großen Schluck.<br />
Sandra quetschte sich zwischen mich und Paul. »Hast du schon was vor?«, fragte sie mich.<br />
»Wie, vorhaben?«<br />
»Na ja, ich würde jetzt nach Hause gehen und bin so alleine.«<br />
»Lass mich noch austrinken, dann gehen wir«, meinte ich und legte ihr den Arm um die Schultern.</p>
<h2>Linda &#8211; vierte Version für Buchdruck</h2>
<p>»Jemand sollte Linda aufhalten«, murmelt einer in unser Gruppe am Tresen. »Sie hat eine Pistole in der Tasche und ist auf dem Weg zu ihrem Verlobten.«<br />
Linda ist schon durch den Ausgang der Bar verschwunden. Keiner von uns bewegt sich, obwohl wir wissen, dass wir etwas unternehmen sollten. Wir hätten rechtzeitig den Schnabel halten müssen, aber niemand hatte bemerkt, dass Linda in die Bar gekommen war, und wir plauderten unbekümmert miteinander.<br />
Eigentlich war das Gespräch nur zufällig darauf gekommen, dass Lindas Verlobter mit Jenny geschlafen hatte. Haben sollte. Eventuell. Keiner wusste etwas, alle mutmaßten und ein Wort gab das andere, wie es eben so ist, wenn man an der Bar sitzt und schon ein paar Bierchen intus hat.<br />
Jetzt ist Linda wieder weg.<br />
»Er weiß ja noch nicht einmal, dass sie auf dem Weg zu ihm ist«, meine ich, »sie klopft an die Tür und peng!«<br />
»Was ist nur aus dieser Welt geworden&#8230;«, sagt der ältere Herr mit der braunen Mütze, von dem keiner so recht weiß, wer er ist. Er sitzt so gut wie jeden Abend in der Bar, wie wir alle.<br />
Mein Vater hatte mir immer gesagt, dass zwischen Liebe und Hass nur eine hauchdünne Grenze existieren würde. Ist die erst einmal überschritten, gibt es kein zurück mehr. Vielleicht stehe ich deshalb nicht auf, um Linda zu folgen, nehme ich deshalb nicht das Telefon in die Hand, um ihren Verlobten zu warnen.<br />
»Früher«, sagt Jack, »gab es noch Treue. Heute gilt das alles nichts mehr. Man kann gar nichts machen.«<br />
»Das geht nicht gut aus«, mutmaßt Paul. Paul meint immer, er sei eben Realist, wir halten ihn für einen unverbesserlichen Pessimisten. »Ich habe da ein ganz böses Gefühl, der Typ sollte auf der Hut sein, Linda hat eine Knarre und Linda ist stinksauer.«<br />
Ich entgegne: »Warum muss er auch mit Jenny rummachen, er hat ja die Kiste der Pandora selbst geöffnet!«<br />
»Jemand sollte Linda aufhalten«, murmelt wieder einer, ich glaube, es ist Jack. Seine Stimme klingt aber nicht so wie sonst. So, als kämpfte er mit den Tränen. Ausgerechnet unser harter Jack!<br />
Paul meldet sich wieder zu Wort, nachdem er sein Glas in einem Zug geleert hat: »Es sind immer die Frauen, die den Männern zum Verhängnis werden.«<br />
»Simson wegen Delilah, Ahab wegen Jezebel, König David wegen Bathseba«, stimme ich zu. Ich gebe gerne mit meiner Bildung ein bisschen an. Die anderen kennen das nicht anders.<br />
Paul nickt: »Und steckte nicht auch eine Frau dahinter, als Johannes der Täufer geköpft wurde?«<br />
»Linda hat geweint«, sagt die tränenschwangere Stimme. Es ist tatsächlich Jack. »Die ganze Schminke verschmiert, und sie hat sich noch nicht einmal das Gesicht gewaschen, ist einfach losgestürmt. Hat in ihre Handtasche geschaut, die Pistole halb rausgezogen, wieder reingesteckt und weg war sie. Jemand sollte Linda aufhalten!«<br />
Ich ergänze: »Eine Beretta, sie hat eine Beretta.«<br />
Wir nicken. Alle, glaube ich. Jack ist jetzt still. Der Wirt stellt volle Gläser auf den Tresen.<br />
Ich trinke einen großen Schluck.<br />
Sandra quetscht sich zwischen mich und Paul. »Hast du schon was vor?«, fragt sie mich.<br />
»Wie, vorhaben?«<br />
»Na ja, ich würde jetzt nach Hause gehen und bin so alleine.«<br />
»Lass mich noch austrinken, dann gehen wir«, antworte ich und lege ihr sanft den Arm um die Schultern.</p>
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			<media:title type="html">Liebe und Alltag</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Neues Buch: Liebe und Alltag</title>
		<link>http://gjmberlin.wordpress.com/2009/01/19/neues-buch-liebe-und-alltag/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 05:16:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Oft genug prägt die Liebe unseren Alltag, noch häufiger jedoch der Alltag die Liebe, und nie sind wir wirklich sicher, wohin sich Alltag oder Liebe entwickeln werden. Von den nervösen Momenten vor dem »ersten Mal« bis zum friedlichen Abschied vom Diesseits zeichnet der Autor in 16 Erzählungen eine Vielzahl von Empfindungen und Hoffnungen, Ernüchterungen und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=385&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><blockquote><p><img class="alignright" title="Liebe und Alltag - frisch ausgepackt" src="http://4.bp.blogspot.com/_7VwaadPQjSY/SW12078BEYI/AAAAAAAAEfA/VGnyty6IuQs/s320/lunda1.jpg" alt="" width="224" height="165" />Oft genug prägt die Liebe unseren Alltag, noch häufiger jedoch der Alltag die Liebe, und nie sind wir wirklich sicher, wohin sich Alltag oder Liebe entwickeln werden. Von den nervösen Momenten vor dem »ersten Mal« bis zum friedlichen Abschied vom Diesseits zeichnet der Autor in 16 Erzählungen eine Vielzahl von Empfindungen und Hoffnungen, Ernüchterungen und Erkenntnissen auf. (Klappentext)</p></blockquote>
<p>Kürzlich beim Abendessen im Hause eines befreundeten Ehepaares beschwerte sich die Gastgeberin: »In deinem Buch <span style="font-style:italic;">Gänsehaut und Übelkeit</span> ist ja nun wirklich kaum etwas für zarte Gemüter wie mich enthalten.«<br />
Ich antwortete: »Deshalb heißt es ja auch so, wie es heißt. Und ziert nicht ein blutverschmiertes Messer den Umschlag?«<br />
»Na ja, das stimmt natürlich. Ich war vorgewarnt. Aber das mit dem Auge, gleich am Anfang… grauenhaft! Wie kommt man bloß auf solche Ideen?«<br />
»Man muss nur«, schlug ich vor, »am 2. Januar eine Tageszeitung aufschlagen und nachlesen, welche Unfälle es mit Feuerwerkskörpern gegeben hat.«<br />
»Hmmm hmmm. Nimm doch noch Pasta, es ist so viel da. Und schreib doch mal was Nettes, vielleicht ein wenig romantisch oder so. Noch ein Bierchen?«</p>
<p>Die liebe Gastgeberin und andere Leser können aufatmen: Für das Buch <span style="font-style:italic;">Liebe und Alltag</span> habe ich unblutige Erzählungen verfasst, diese mit einigen älteren Texten zusammengestellt und dann alles noch einmal überarbeitet. Die Geschichten haben – nomen est omen &#8211; irgendwie mit Liebe und Alltag zu tun. Falls also jemandem <span style="font-style:italic;">Gänsehaut und Übelkeit</span> zu blutrünstig war: Womöglich gefällt diese Sammlung eher.<br />
Einen Hinweis will ich jedoch unbedingt loswerden. Sie sollten dieses Buch <span style="font-style:italic;">nicht </span>kaufen, wenn Sie auf der Suche nach Herz-Schmerz-Literatur sind. Hedwig Courts-Mahler gehört nicht zu meinen literarischen Vorbildern.<br />
Zur Sprache kommen die unerhörte, die verdorrte, die verschmähte Liebe, aber durchaus auch die andere, wohltuende, nach der wir uns wohl alle sehnen. Die kommt in diesem Buch natürlich ebenso zu Wort.<br />
Auch die Alltagserlebnisse beschränken sich keineswegs auf die Art, die unsere Mundwinkel unweigerlich nach oben zieht. Solche gibt es auch, allemal, aber ich will nicht verhehlen, dass manches Ereignis von jener Art ist, bei der wir ein Tintenfass nach dem Störenfried werfen, wenn denn eines zur Hand sein sollte.</p>
<p>Ach so: Falls Ihnen <span style="font-style:italic;">Gänsehaut und Übelkeit</span> gefallen hat, sollte dies natürlich kein Hindernis darstellen, sich auch mein neues Buch zu leisten, zumal es etwas preiswerter ist…</p>
<p>Interessiert? Prima!</p>
<p>Liebe und Alltag<br />
16 Erzählungen<br />
ISBN 978-3-8370-8186-2<br />
bod Norderstedt<br />
Paperback, 136 Seiten<br />
€ 9,95 (inkl. MwSt.)</p>
<p>Zum Beispiel und am schnellsten direkt beim Verlag: <a href="http://www.bod.de/index.php?id=296&amp;objk_id=187860" target="_blank">Liebe und Alltag</a><br />
Ohne Versandkosten, dafür etwas langsamer bei Amazon: <a href="http://www.amazon.de/Liebe-Alltag-Erz%C3%A4hlungen-G%C3%BCnter-Matthia/dp/3837081869/ref=sr_1_5?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1232123237&amp;sr=8-5" target="_blank">Liebe und Alltag</a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Missionarisch oder Missional &#8211; Der kleine gewaltige Unterschied</title>
		<link>http://gjmberlin.wordpress.com/2009/01/13/missionarisch-oder-missional-der-kleine-gewaltige-unterschied/</link>
		<comments>http://gjmberlin.wordpress.com/2009/01/13/missionarisch-oder-missional-der-kleine-gewaltige-unterschied/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 18:19:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin Luther, der die Bibel ins Deutsche übertrug, war ein Mensch seiner Zeit, geprägt von den Gegebenheiten der Epoche. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, es geht uns allen so. Mission war für ihn etwas, was irgendwo auf der Welt geschieht; seine Heimat verstand er als »christlich«. Zu Hause gab es folglich so gut wie nichts [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=382&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Martin Luther, der die Bibel ins Deutsche übertrug, war ein Mensch seiner Zeit, geprägt von den Gegebenheiten der Epoche. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, es geht uns allen so. Mission war für ihn etwas, was irgendwo auf der Welt geschieht; seine Heimat verstand er als »christlich«. Zu Hause gab es folglich so gut wie nichts zu missionieren, höchstens aufzuklären und zurechtzurücken.<br />
Wer allerdings heute noch davon ausgeht, dass das »christliche Abendland« ein solches wäre, muss schon mit erstaunlicher Blindheit geschlagen sein. Es sei denn, er definiert Christsein anders als das Neue Testament.<br />
In Apostelgeschichte 4, 12 erklärt Petrus: »Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.« Wenn Christsein also bedeutet, dass jemand verstanden und erkannt hat, dass Jesus Christus, von Gott gesandt, gestorben und auferstanden ist, und dass er diesem Jesus Christus anhand dieser Erkenntnis nachfolgt, also sein Jünger wird, dann kann nicht die Rede davon sein, dass wir in einem »christlichen« Land leben.<br />
Es genügt, wenn wir die biblischen Berichte ernst nehmen, offensichtlich nicht, irgendwie an einen mehr oder weniger konkret benannten Gott zu glauben; das tun viele in unserer Nachbarschaft heute und hier. Von Kornelius heißt es, dass er »fromm und gottesfürchtig (war) mit seinem ganzen Haus, der dem Volk viele Almosen gab und allezeit zu Gott betete.« (Apostelgeschichte 10, 2) Wenn das ausreichen würde, wäre es nicht notwendig gewesen, dass Petrus in sein Haus kam, um das Evangelium von Jesus zu verkünden.</p>
<p>Folglich leben wir in einem Missionsgebiet, wenn wir die Aufforderung Jesu Christi aus Matthäus 28 ernst nehmen. Und da geht das Dilemma los. Die Lutherbibel in der Version von 1984 gibt die Sätze so wieder:</p>
<blockquote><p>Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.</p></blockquote>
<p>Eine klare Reihenfolge von Tätigkeiten. 1.: Geht hin. 2. Macht zu Jüngern. 3. Tauft sie. 4. Lehrt sie. So verstehen wir auch meist das, was als »Missionsbefehl« geläufig ist und fügen gedanklich hinzu: 5. Fertig.<br />
Doch die Revidierte Elberfelder Übersetzung weist mit ihren Anmerkungen bereits darauf hin, dass hier womöglich eine etwas missverständliche Gewichtung vorliegt:</p>
<blockquote><p>Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht (oder »Vollmacht«) gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie (wörtlich »sie taufend«) auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie (wörtlich »sie lehrend«) alles zu bewahren (oder »zu halten«), was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters (griechisch »Äon«).</p></blockquote>
<p>Die meisten englischen Bibelübersetzungen zeigen das gleiche, von Luther abweichende Bild:</p>
<blockquote><p>Then Jesus came to them and said, All authority in heaven and on earth has been given to me. Therefore go and make disciples of all nations, baptising them in the name of the Father and of the Son and of the Holy Spirit, and teaching them to obey everything I have commanded you. And surely I am with you always, to the very end of the age. (New International Version)</p></blockquote>
<p>So sind es plötzlich nur noch zwei Tätigkeiten: 1. Geht hin. 2. Macht zu Jüngern. Schritt 2 geschieht, indem getauft und gelehrt wird &#8211; ein kleiner, aber doch entscheidender Unterschied. Denn damit ist es nicht mehr unser Auftrag, dass wir eine Liste abarbeiten und anschließend fertig sind. Dann haben wir es mit einer fortwährenden Aufgabe zu tun, und dann passt das Ganze auch wirklich zu dem, was Paulus beispielsweise in seinen Lehrbriefen an Gemeinden &#8211; also an Menschen, die bereits Christen sind &#8211; tut. Auf die Milch des Evangeliums folgt feste Nahrung, die Gemeinde wird zu einem lebendigen, sich weiter entwickelnden Organismus, der nicht irgendwann »fertig« ist. Ein Organismus, dessen Existenz sich positiv verändernd auf die Umgebung auswirkt, die Nachbarschaft nicht unberührt lassen wird. Und vor allem gehört jeder einzelne Christ mit seinen ganz spezifischen Gaben und Aufgaben dazu, damit der »Leib«, wie Paulus die Gemeinde gerne nennt, gesund sein und wachsen kann.</p>
<p>Nun stellt sich natürlich zwangsläufig die Frage, wie das denn im Alltag aussehen kann. Sicher nicht so, wie wir es, mich eingeschlossen, über Jahrzehnte gekannt und für »normal« gehalten haben: Evangelistische Aktivitäten sind das Mittel, um Ungläubige in das Gemeindeleben zu integrieren. Die Gemeinde ist der sichere Hort vor der bösen Welt ringsum. Diese böse Welt darf die Gemeinde aufsuchen, um sich erretten zu lassen, aber es handelt sich um zwei getrennte Welten, auf deren Grenzen man unbedingt zu achten hat. »Weltliches« darf nicht toleriert werden, denn schließlich ist die Gemeinde ja der abgeschottete Ort der »Heiligen«.</p>
<p>Warum es so nicht weitergehen kann? Dieses Verfahren hat dazu geführt, dass wir nach sehr optimistischen Schätzungen höchstens noch von ca. 5% Christen (entsprechend der obigen Definition von Petrus) in unserer Bevölkerung ausgehen können. Es mag regionale Unterschiede geben, aber das »christliche« Abendland existiert schon längst nicht mehr.<br />
Darüber kann man lamentieren. Man kann es auch bedauernd als schicksalhaft gegeben hinnehmen. Man kann darauf warten, dass »Erweckung« vom Himmel regnet und unsere Kirchen und Gemeindesäle füllt. Man kann sogar zahlreiche »Prophetien« nachlesen, die von einer kommenden großen geistlichen Welle schwärmen, die uns irgendwie heimsuchen wird. Allerdings gab es solche Ankündigungen bereits so häufig, dass angesichts des Ausbleibens der Erfüllung schon kaum noch jemand etwas davon hören will. Zuletzt sollte, einem bekannten amerikanischen Propheten gemäß, im Jahr 2006 die Riesenerweckung über Deutschland hereinbrechen. Erlebt haben wir zwar einiges im Jahr 2006, zum Beispiel die Fußballweltmeisterschaft, aber von mit Anbetungsversammlungen gefüllten Stadien und Lobpreis auf den Straßen und Plätzen mag man ja nicht ernsthaft reden, es sei denn, der fragliche Gott heißt »König Fußball«.</p>
<p>Wenn es uns ernst ist mit der Nachfolge Christi, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als Offenheit für ein anderes Denken und Leben. Wir können unsere Nachbarschaft offensichtlich nicht durch evangelistische &#8211; herkömmlich missionarische &#8211; Aktionen erreichen, das hat sich ja zur Genüge gezeigt.<br />
Es gilt, zunächst die Tatsache zu akzeptieren: Wir leben in einer Gesellschaft, die für althergebrachte Methoden nicht mehr empfänglich ist, haben es mit völlig anderen Lebensmodellen zu tun als frühere Generationen.<br />
Wir brauchen und dürfen nun deshalb nicht das Evangelium neu erfinden, aber wir müssen zwingend darüber nachdenken, auf welche Weise das Evangelium den Menschen überhaupt vermittelt werden kann.<br />
Die strikte Trennung von Kirche und Welt hat sich als untauglich erwiesen, weil inzwischen weithin zwei parallele Gesellschaften existieren, zwischen denen es so gut wie keine Berührungspunkte mehr gibt. Anstatt bei denen, die Christus nicht kennen, salzende Wirkung zu haben, sind wir zu einem Salzspeicher geworden, von dem die Gesellschaft nichts hat, weil nämlich das Salz nicht dort ankommt, wo es benötigt wird. Die guten alten missionarischen Aktivitäten funktioniert &#8211; in unserer Gesellschaft zumindest &#8211; nicht mehr.</p>
<p>Viele, die umzudenken bereit sind, reden von »missionaler Gemeinde« &#8211; das Wort ist zunächst nur ein Begriff, ein Versuch, neue Ansätze zu umschreiben. Wenn es bei der Theorie bleibt, vollkommen überflüssig, aber es zeigt sich, dass auf das Umdenken häufig ganz praktische Änderungen im Gemeindeleben folgen.<br />
Es geht nicht um neue Theologie, sondern um eine Rückbesinnung auf das Leben, das Jesus seinen Jüngern vorgelebt hat. Es heiß im Grunde nichts anderes, als sich wie Jesus und die ersten Generationen von Christen dorthin zu begeben, wo die Menschen sind und ihnen nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit unseren Werken zu demonstrieren, was das Reich Gottes eigentlich ist. Wenn wir nämlich »neue Menschen« geworden sind, dann ist es vorbei damit, dass wir hauptsächlich an unsere eigene Versorgung, unsere eigene Gesundheit, unser eigenes Wohlergehen als Gemeinde oder Kirche denken.<br />
Das heißt konkret, dass wir nicht in erster Linie predigen, sondern dass wir unsere Fähigkeiten, Kenntnisse und Gaben verschenken, wo immer es Gelegenheit dazu gibt. Dass wir nicht darauf warten, dass die Menschen zu uns kommen, sondern dass wir uns ihnen zuwenden. Nicht wie jemand, der sie einfangen, sie vereinnahmen will, sondern als Menschen, die etwas zu geben, zu verschenken haben. Nicht als Herrscher, die gnädig den Zugang zur geheiligten Parallelgesellschaft gewähren, sondern als Diener, die sich selbst verschenken.<br />
Als Jesus sagte, dass »die Füchse Höhlen und die Vögel des Himmels Nester haben, aber der Sohn des Menschen nichts hat, wo er das Haupt hinlege«, meinte er nicht, dass Obdachlosigkeit ein erstrebenswertes Ziel sei (Matthäus 8, 20). Er meinte vielmehr, dass seine Priorität darin lag, das Reich Gottes sichtbar werden zu lassen. Sicher, er hat gelehrt und gepredigt, aber er hat es nicht dabei belassen, sondern ganz praktisch Not gelindert, wo sie zu finden war. Er war in den Synagogen anzutreffen, aber man fand ihn auch auf den Straßen und Plätzen, am Krankenlager und bei den Bettlern.</p>
<p>Missional leben, das heißt, sich den Mitmenschen zuwenden wie Jesus, ihre Nöte und Sorgen lindern, ihnen Brot zu essen geben, sich ihren Fragen stellen. Beim Lösen der Probleme helfen.<br />
Das kann nicht nur der große Evangelist, das kann auf seine Weise jeder von uns. Unser Problem mit unseren Mitmenschen beginnt meist schon damit, dass sie überhaupt keinen »geistlichen Mangel« empfinden. Sie glauben an irgendetwas oder nichts, sind mehr oder weniger zufrieden mit ihrem Seelenleben. Wenn sie körperliche, finanzielle Nöte haben, wenn ihnen Bildung oder Chancen fehlen, dann sind sie daran interessiert, wie diesem Mangel abgeholfen werden kann, und nicht daran, was nach dem Tod geschehen könnte.<br />
Die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns zuhören, wenn wir etwas von Jesus Christus zu erzählen haben, ist wesentlich größer, wenn sie zunächst unsere Zuwendung erlebt und erfahren haben, und zwar ohne Fußangeln und Hintergedanken nach dem Muster »ich helfe dir, damit du dich bekehrst«.<br />
Die Gemeinde, die Kirche gehört nicht in sakrale Räume und Gebäude, sondern mitten in die Gesellschaft. Dorthin, wo die Armen sind und dorthin, wo die Reichen sich treffen. In den Fußballverein und in die Stadtteilkonferenz. In die Nachhilfegruppe und in den Künstlerclub.</p>
<p>Heißt das nun, dass wir die Gemeinde, die Kirche nicht mehr brauchen? Das wäre Unfug. Es ist vollkommen richtig und notwendig, dass Christen miteinander Gemeinschaft haben, von einander lernen, gemeinsam Gott anbeten, einander helfen und miteinander feiern. Die Gebetsgruppen und Bibelgesprächskreise sind unbedingt notwendig.</p>
<p>Aber dürfen wir die Welt weiter aussperren beziehungsweise nur dann einladen, wenn wir missionieren möchten? Darf sich unser Christsein darauf beschränken, ansonsten unter uns zu bleiben und einander zu segnen?</p>
<p>Oder sollte das Salz dorthin, wo zur Zeit überhaupt nichts salzig schmeckt?</p>
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		<title>Häufig gestellte Glaubensfragen</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 05:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer wieder bekomme ich Zuschriften von Lesern auf Artikel, auch solche, die ich vor vielen Jahren geschrieben habe. Einige sind spezifisch zum jeweiligen Text. Manche Fragen in solchen Leserbriefen wiederholen sich, werden in abgewandelter Form zu verschiedenen Anlässen immer wieder gestellt. Es sind grundsätzliche Fragen. Ich möchte einige davon herausgreifen und meine Antwort vorstellen.
1 Glaube [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=370&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" title="Häuftig gestellte Glaubensfragen" src="http://2.bp.blogspot.com/_7VwaadPQjSY/SUEi_qgM_1I/AAAAAAAAEZQ/9mToVdmytpw/s200/hgf.jpg" alt="" width="188" height="200" />Immer wieder bekomme ich Zuschriften von Lesern auf Artikel, auch solche, die ich vor vielen Jahren geschrieben habe. Einige sind spezifisch zum jeweiligen Text. Manche Fragen in solchen Leserbriefen wiederholen sich, werden in abgewandelter Form zu verschiedenen Anlässen immer wieder gestellt. Es sind grundsätzliche Fragen. Ich möchte einige davon herausgreifen und meine Antwort vorstellen.</p>
<h2>1 Glaube oder Verstand?</h2>
<p>Die erste beschäftigt sich mit der vermeintlichen Kontroverse zwischen Verstand und Glaube. Eine exemplarische Zuschrift:</p>
<blockquote><p>Du sagtest: »Er (Gott) wünscht sich, dass sie (die Menschen) sich freiwillig entscheiden, ihr Leben nicht mehr selbstbestimmt, sondern als Mitglieder der Familie Gottes zu führen. Er will immer noch keine Marionetten.«<br />
Doch ist dies nicht letztendlich ein Widerspruch? Wenn ich aufhöre, selbstbestimmt zu leben und mich Gott unterordne, gebe ich doch meinen eigenen Verstand auf. Ich treffe keine eigenen Entscheidungen mehr, ich bin eben nur noch folgsam. Das macht mich doch zu einer Marionette. Ein Mensch kann doch nichts Gutes tun, wenn er keine Wahl hat. Muss man nicht stets vor die Wahl gestellt werden, was für das Individuum die richtige Entscheidung ist um den Charakter (zum Guten) zu entwickeln? Denn etwas Gutes zu tun, weil ich es selbst will, ist doch wesentlich besser, als wenn ich es einfach muss und den Sinn nicht verstehe.</p></blockquote>
<p>Meine Antwort sieht so aus:</p>
<blockquote><p>Der Begriff »selbstbestimmt« war von mir wohl unglücklich gewählt, er ist zu missverständlich.<br />
Mit der Entscheidung, an Christus als Erlöser zu glauben, hört ein Mensch weder auf, eigene Entscheidungen zu treffen, noch muss (oder darf!) er seinen Verstand aufgeben. Der Schritt, Christ zu werden, beraubt jemanden nicht der Möglichkeit, nach wie vor Gutes und Böses zu tun. Das Christsein ist auch keine Garantie, den Rest des Lebens keine Fehler mehr zu machen.<br />
Zugegeben, es gibt in der Geschichte (und leider noch heute) durchaus Beispiele für das von Dir zu Recht gerügte Marionettentum, einschließlich entsetzlicher Verbrechen im Namen Gottes; man denke nur an Religionskriege, Sklavenhandel, Mittelalter&#8230;<br />
Ich halte überhaupt nichts davon, blinden Gehorsam zu fordern oder zu predigen. Vielmehr meine ich, dass es unbedingt notwendig ist, mitzudenken, selbst Entscheidungen zu treffen und zu verantworten.<br />
Als Christ werde ich herausgefordert, mich nicht vom »Mainstream« treiben zu lassen, sondern das, was ich (soweit es mir möglich ist) als »gut« oder »gerecht« erkenne, zu tun.Ich begreife mich nämlich Gott gegenüber als verantwortlich für mein Leben und den Einfluss meines Lebens auf meine Umgebung. Dabei geht es natürlich nicht um Leistungsdruck, sondern um eine bewusste und durchdachte Entscheidung, etwas tun zu wollen.<br />
Ich muss also, um die Antwort abzurunden, weder »meinen Verstand abgeben« noch etwas tun, wenn ich »den Sinn nicht verstehe«.</p></blockquote>
<h2>2. Wie erfährt der Mensch den Willen Gottes?</h2>
<p>Auch diese Frage taucht immer wieder in verschiedenen Variationen auf:</p>
<blockquote><p>Wie erfährt der Mensch den Willen Gottes? Ich meine damit der Einzelne. Du sagtest, jeder kann überall mit Gott sprechen, aber er erhält doch keine Antwort. Wie soll er erfahren, was Gott von seinen Taten hält. Oder werden von Christen ausschließlich die Lehren der Bibel als Maßstab eingesetzt?</p></blockquote>
<p>Meine Antwort lautet:</p>
<blockquote><p>Den Willen Gottes kann man durchaus und überwiegend anhand der Bibel kennen lernen. Auch dabei gilt es allerdings, den Verstand nicht auszuschalten. Das Neue Testament beispielsweise ist nicht als »Gesetzbuch« oder »Lexikon« verfasst worden und daher auch nicht als solches anzuwenden. Überwiegend handelt es sich bei den einzelnen Büchern im Neuen Testament um Briefe an bestimmte Personen oder Gruppen in ganz konkreten Situationen. Das heißt, dass man nicht einen Satz oder Abschnitt herausnehmen und 1:1 als göttlichen Willen für eine ganz und gar andere Situation, nämlich heute und hier, anwenden kann. Dadurch hat schon mancher manchen Schaden angerichtet&#8230;<br />
Andererseits wird dem aufmerksamen Leser der Bibel nicht verborgen bleiben, wie quer durch die einzelnen Bücher der Charakter Gottes und sein Wille beschrieben wird. Vor allem die Berichte des Neuen Testamentes über Jesus Christus, der von sich sagte, dass er ausschließlich den Willen Gottes tat, zeigen dies sehr deutlich: Mitleid mit Unterdrückten, praktische Hilfe für den Mitmenschen in Not (ungeachtet seiner Herkunft, Rasse, Überzeugungen), scharfer Widerspruch gegen religiöse Führer, die das Marionettentum predigen und verlangen &#8211; oft genug, ohne selbst zu tun, was sie anderen auferlegen wollen.<br />
Meine Erfahrung ist übrigens die, dass auch über die Lektüre der Bibel hinaus der Mensch Antworten erhält. Das Gespräch mit Gott, das Gebet, ist wirklich keine Einbahnstraße. Dass Gott mit akustisch vernehmlicher Stimme spricht, ist eine sehr seltene Ausnahme, aber es gibt zahllose andere Wege, auf denen er uns ganz persönlich und direkt antworten kann und will.</p></blockquote>
<p>Kommentare mit Ergänzungen, Widersprüchen, Erweiterungen sind wiederum herzlich willkommen.</p>
<h2>3. Der Gottesbeweis</h2>
<p>Die dritte exemplarische Frage:</p>
<blockquote><p>Kannst Du mir beweisen, dass es Gott gibt?</p></blockquote>
<p>Meine Antwort:</p>
<blockquote><p>Nein.<br />
Ich habe Gottes Realität erlebt, Auswirkungen der Tatsache, dass es ihn gibt, aber ich kann und will keine Beweise liefern.<br />
Warum? Weil, so die Bibel, der Glaube entscheidend ist. Ich lade Dich gerne ein, das »Abenteuer Glaube« zu wagen, aber diese Entscheidung musst Du selbst treffen. Ohne vorher Beweise zu haben. Die Auswirkungen werden sich zeigen.</p></blockquote>
<p>Kann einer meiner Leser womöglich gar einen Beweis liefern?</p>
<h2>4. Ist Gott gerecht?</h2>
<p>Die nächste Frage wurde mir schon häufiger vorgelegt als andere. Es geht im Grunde genommen darum, ob Gott »gerecht« mit denjenigen umgeht, die ihn beziehungsweise das Evangelium nie kennen gelernt haben. Ein Leser hat es so formuliert:</p>
<blockquote><p>Was passiert in den Augen eines Christen mit jemanden, der niemals getauft wurde und noch nie zu Gott gebetet hat, aber dennoch ein »gutes Leben« im Sinne des Christentums gelebt hat? Damit meine ich, dass er niemals eines der 10 Gebote verletzt hat ect.<br />
Wird diese Person ebenso wie alle anderen »Sünder« bzw. »Ungläubigen« behandelt? Wie verhält es sich mit den Anhängern anderer Weltreligionen?</p></blockquote>
<p>Meine Antwort sieht ungefähr so aus:</p>
<blockquote><p>Abgesehen davon, dass es kaum jemanden geben dürfte, der nie eines der Gebote verletzt hat, ist das Neue Testament da ganz eindeutig: Die »Zeit der Unwissenheit« &#8211; also das Leben eines Menschen, der von der Notwendigkeit und Möglichkeit der Erlösung keine Kenntnis erhalten hat &#8211; führt nicht zwangsläufig zur Verdammnis.<br />
Bei solchen Menschen ist es so, wie der Apostel Paulus in Athen vor einer (heidnischen) Menschenmenge ausgeführt hat, »dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.« An anderer Stelle erklärt er: »Es ist kein Ansehen der Person bei Gott. Denn so viele ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und so viele unter Gesetz gesündigt haben, werden durch Gesetz gerichtet werden &#8211; es sind nämlich nicht die Hörer des Gesetzes gerecht vor Gott, sondern die Täter des Gesetzes werden gerechtfertigt werden.« Gemeint ist hier das jüdische, also von Gott gegebene, Gesetz, nicht menschliche Gesetze wie unser Grundgesetz oder die Straßenverkehrsordnung. Im Klartext: Wer nie etwas von Jesus gehört hat, aber entsprechend seinem (von Gott geschaffenen) Gewissen »gerecht« gelebt hat, weil er Gott &#8211; womöglich ganz unbewusst &#8211; »tastend fühlen und finden« wollte, ist ein »Täter« des Gesetzes.<br />
Jesus Christus bietet aber viel mehr an: Wer an ihn und seinen Tod und seine Auferstehung glaubt, gelangt in eine ganz andere Dimension des Lebens hinein, die vergleichbar ist mit dem ursprünglichen Dasein des Menschen nach der Schöpfung.</p></blockquote>
<p>Mir kommt diese Antwort irgendwie »unvollendet« vor, kollidiert sie doch mit dem neutestamentlichen Anspruch, dass der Mensch seit Tod und Auferstehung Jesu Christi ausschließlich durch den Glauben an den Erlöser errettet werden kann.</p>
<h2>5. Gott ist gegen Stammzellenforschung?</h2>
<p>Ethische Fragen bewegen vor allem Menschen, die weiter denken als bis zur nächsten Mahlzeit. Wir Christen fallen oft dadurch auf, dass wir gegen etwas sind. Gegen Abtreibung, gegen Moslems, gegen Genforschung, gegen Schwule, gegen&#8230; &#8211; und mancher von uns weiß das dann gar nicht zu begründen, hat es nur von irgendwoher irgendwann irgendwie übernommen.</p>
<p>Bei vielen Menschen hat sich der Eindruck festgesetzt, dass die Christen auch durch die Bank weg gegen Stammzellenforschung sind. Exemplarisch ist diese Frage, die mir ein Leser geschickt hat:</p>
<blockquote><p>Woher weiß der Mensch bei neuen Erfindungen und Entdeckungen, beispielweise Stammzellenforschung, dass Gott dazu »nein« sagt? Und warum exitstiert diese Möglichkeit überhaupt in unserer Welt, wenn es von vornherein von Gott abgelehnt wird?</p></blockquote>
<p>Ich habe so geantwortet:</p>
<blockquote><p>Neue Erfindungen sind nicht wirklich das Problem, sondern die Frage ist, was man damit anstellt. Das angesprochene Beispiel der Stammzellenforschung ist ein sehr komplexes Gebiet, ich bin kein Wissenschaftler und verstehe sicher nicht alle Aspekte. Die Stammzellenforschung soll, soweit ich sie begreife, Krankheiten lindern und beseitigen helfen. Das ist ein ganz und gar positives Ziel, es entspricht vollständig dem Willen Gottes. Wenn Gott für Krankheit wäre, hätte Jesus nicht all die Kranken geheilt und seinen Nachfolgern aufgetragen, das gleiche zu tun.<br />
Andererseits sind bei der Stammzellenforschung meines Wissens Embryonen als »Material« notwendig. Da menschliches Leben für mich nicht erst mit der Geburt beginnt, verbietet sich die Verwendung von Embryonen, die durch Abtreibung »gewonnen« werden &#8211; und somit kann ich dieser Version der Stammzellenforschung das Wort nicht reden.<br />
Etwas anderes ist die Forschung mit Zellen, die unter der Haut eines (lebendigen) Menschen entnommen werden und dann durch einen Prozess, den ich nicht ganz begreife, dazu gebracht werden, sich wie Stammzellen zu verhalten. Bei diesem Verfahren sind weder Embryonen notwendig, noch wird beim Spender der Zellen irgend ein Schaden entstehen. Und somit wüsste ich nicht, was es gegen solche Forschung einzuwenden gäbe.<br />
Grundsätzlich: Warum existieren Möglichkeiten und Zustände in der Welt, obwohl sie von Gott »abgelehnt« werden? Die Antwort ist im Charakter Gottes zu suchen, der keine Marionetten wollte und will. Die Verwaltung der Welt wurde dem Menschen anvertraut, und diese Entscheidung hat Gott nicht zurückgenommen. Der Mensch &#8211; Du und ich und all die anderen &#8211; hat in seinem Einflussbereich zu entscheiden, was geschieht und was nicht.<br />
Leider neigt die Menschheit dazu, Erfindungen und technische Entwicklungen nicht nur zum Guten zu verwenden. Die Biologie, Physik und Chemie haben uns beispielsweise ganz erhebliche Fortschritte gebracht, aber auch Massenvernichtungswaffen, tödliche Drogen und den Treibhauseffekt.<br />
Gott ist sicher nicht gegen die Biologie, aber nicht alles, was mit ihr möglich wurde, kann auch der Mensch, der kein Christ ist, guten Gewissens für richtig halten.<br />
Es geht, und das ist mir abschließend wichtig zu sagen, beim Christsein nicht um Verbote und Gebote, sondern viel mehr um Freiheit und Mündigkeit. Dazu zählt auch die Freiheit, auf manches, was möglich ist, zu verzichten.</p></blockquote>
<p>Das ist wahrlich ein weites Feld&#8230;</p>
<h2>6. Pfui Teufel!</h2>
<p>Manchmal sind Fragen, die mir Leser stellen, eher Vorwürfe. Sogar berechtigte Vorwürfe, wie dieses Beispiel zeigt:</p>
<blockquote><p>Ich bin bei meiner Suche nach Informationen über das Christentum auf eine Seite im Internet gestoßen.* Und ich muss wirklich sagen, dass ich entsetzt davon war, wie einseitig und fast hetzerisch die Artikel verfasst sind. Beispielsweise werden Homosexuelle (deren Lebensstil ich ebenfalls toleriere, zumal es ja keine »Entscheidung« an sich ist, ob man hetero- oder homosexuell ist) als »Homo-Perverse« bezeichnet. Ferner werden Ehen zwischen Mann und Frau nicht als »wirkliche Ehen« anerkannt, weil sie nur im Standesamt und nicht in der Kirche geschlossen wurden. So etwas kann ich bei bestem Gewissen nicht gutheißen.<br />
Selbstverständlich mache ich Dich nicht persönlich für die Aufmachung dieser Seite verantwortlich.<br />
*(An dieser Stelle stand der Link, den ich hier nicht angebe, damit die Seite nicht aus Neugier noch mehr Zugriffe bekommt.)</p></blockquote>
<p>Nach dem Besuch der genannte Internetadresse habe ich diese Antwort geschrieben:</p>
<blockquote><p>Ich habe mir die von Dir angeführte Seite im Internet angesehen und bin mindestens so entsetzt wie Du. Vermutlich noch entsetzter, weil dieser Schund unter dem Begriff »christlich« daherkommt und ich mich zu den Christen zähle.<br />
Es widerspricht dem Evangelium in ganz eklatanter Weise, zum Beispiel Herrn Klaus Wowereit als »Blut- und Homo-Bürgermeister« zu bezeichnen, so abweichend man auch politisch oder ethisch denken mag. Pauschal von »Homo-Perversion« oder »skrupelloses Pack von Schurken« zu schreiben ist ganz und gar unakzeptabel. Ich war bei der Lektüre fast versucht, anzunehmen, dass es sich um (schlecht gemachte) Satire handelt, aber leider ist das alles wohl ernst gemeint. Pfui Teufel, mehr kann ich dazu nicht sagen.<br />
Ich hoffe jedenfalls, dass Du nicht von solchen stil- und anstandslosen Extremisten Rückschlüsse auf das Christentum ziehst, so wie man nicht den moslemischen Nachbarn anhand dessen verurteilen sollte, was ein Bin Laden von sich gibt oder tut.</p></blockquote>
<p>Das Internet ist auch ein Tummelplatz für ganz und gar üble Gesellen. Dagegen scheint kein Kraut gewachsen…</p>
<h2>7. Die »richtige« Gemeinde</h2>
<p>Eine weitere Frage, die mir immer wieder begegnet, ist die nach der »richtigen« Gemeinde oder Kirche. Zum Beispiel fragte jemand:</p>
<blockquote><p>&#8230;Ich fühle mich in meiner Gemeinde überhaupt nicht wohl. Es ist mir alles zu steif und zu unpersönlich, die Leute wirken fast schon unnatürlich auf mich. Darf man denn im Gottesdienst nicht lachen?<br />
Es gibt hier am Ort auch andere Gemeinden, zum Beispiel die XXXXX*, da war ich mal zu Besuch und fand das eigentlich ganz toll. Na ja, nach einem Besuch kann man nicht viel sagen, aber die Leute schienen mir natürlicher, nicht so komisch steif und ernst. Aber jetzt hat mir jemand aus meiner Gemeinde abgeraten, weil in der XXXXX* ein Schwarmgeist verbreitet sei&#8230;<br />
(* hier stand der Name der Gemeinde)</p></blockquote>
<p>In einer anderen Zuschrift war es so formuliert:</p>
<blockquote><p>&#8230;Ich fühle mich als mündiger Christ und brauche keine Vermittler oder Bischöfe, denn ich habe eine persönliche Beziehung zu Gott und kann mit IHM direkt reden!<br />
Andererseits gefällt mir das emotionale Element in der Katholischen Kirche, zum Beispiel dass Weihrauch auch die Sinne anspricht&#8230;</p></blockquote>
<p>Man kann die Kernfrage natürlich auf vielfältige Weise formulieren, diese zwei Ausschnitte aus Zuschriften sind nur exemplarisch. Welche Kirche oder Gemeinde ist die richtige?</p>
<p>Meine Antwort lautet in etwa so:</p>
<blockquote><p>Ich bin überzeugt, dass es die perfekte Konfession beziehungsweise Gemeinde nicht gibt. Und wenn es sie gäbe, dann wäre sie in dem Moment, wo ich mich ihr anschließe, nicht mehr perfekt.<br />
Wir haben es immer mit Menschen zu tun, und Menschen sind nun einmal nicht frei von Fehlern. Auch »geistliche Leiter« nicht. Dazu kommt, dass über 2000 Jahre alles mögliche und unmögliche an Traditionen, Auslegungen, Erfahrungen und &#8211; leider &#8211; Machtstrukturen entstanden ist.<br />
Ich kann einen katholischen Gottesdienst mit genausoviel Gewinn besuchen wie eine freikirchliche Versammlung, kann andererseits aus einer charismatischen Gemeinde genauso unberührt und unverändert nach Hause gehen wie aus einer evangelischen Kirche. Wenn ich Gott suche, mich nach seiner Nähe sehne, dann kann er mir (und wird er mir) begegnen. Dazu braucht er kein bestimmtes frommes Umfeld.<br />
Das heißt nun nicht im Umkehrschluss, dass das fromme Umfeld eine Begegnung mit Gott ausschließen würde. Beides ist möglich: Jesus hat sowohl in den Synagogen den Menschen gedient, als auch in der Wildnis. Paulus hat auf Marktplätzen gepredigt und in den Häusern der Gläubigen. Schon im Alten Testament konnten Menschen Gott im Tempel genauso begegnen wie in einem brennenden Busch.<br />
Bei der Gemeindewahl spielt eine Menge persönlicher Geschmack eine Rolle. Mancher mag den Weihrauch und andere Bestandteile der katholischen Messe, andere Menschen bevorzugen alles, was schmucklos und schlicht ist. Evangelische Christen betonen gerne das Wort, charismatische sind hinter Gefühlen her. Ich finde es wichtig, dass man sich in der jeweiligen Form der Gemeinschaft mit anderen Christen wohl fühlt. Man wird vermutlich immer etwas finden, was nicht deckungsgleich mit den eigenen Vorstellungen ist, in welcher Kirche oder Gemeinde man auch sein mag. Ich muss manchmal den Kopf schütteln, wenn ich in »meiner« Gemeinde bin, einiges geht mir geradezu gegen den Strich, aber im großen und ganzen fühle ich mich am richtigen Platz.<br />
In Großstädten gibt es meist für jeden Frömmigkeitsstiel eine passende Gemeinde oder Kirche, von der feierlichen Messe bis zur Hausgemeinde, vom Gottesdienst in der Kneipe bis zum Dom. Man kann Kirche ausgelassen afrikanisch erleben, oder feierlich russisch-orthodox. Die einen verharren in stiller Kontemplation, die anderen hüpfen wild zu lauter Rockmusik herum, wenn sie Jesus anbeten.<br />
In ländlichen Gegenden, in denen ich ja auch schon gelebt habe, ist das Angebot wesentlich beschränkter, aber Gott lässt sich überall finden. Und er fragt nicht danach, an welche Organisation wir Kirchensteuern oder Spenden entrichten, welche Konfession auf unserer Taufkarte steht&#8230;<br />
Es schadet nichts, sich in verschiedenen Kirchen und Gemeinden umzuschauen. Wichtig finde ich, dass man überhaupt irgendwo Gemeinschaft und Austausch mit anderen Christen pflegt. Welches Etikett da jeweils draufklebt, ist eher zweitrangig und vor allem eine Geschmacksfrage. Aber wir brauchen alle Korrektur durch andere, sollten die Bibel kennen lernen, indem wir uns darüber austauschen und nicht ohne Grund heißt es: »Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.« Gemeinschaft ist wichtig.</p></blockquote>
<p>Falls jemand meiner Leser die perfekte Kirche kennt, bitte ich um einen Tipp. Die muss ich mir unbedingt anschauen!</p>
<h2>8. Demnächst</h2>
<p>Ich werde die Fragen und Antworten nach und nach ergänzen&#8230;</p>
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		<title>Frauen</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 05:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Frauen&#8230; wie könnte ein Mann Frauen nicht lieben! Frauen sind großartig, wunderbar, ein Trost in einer Welt, die in einen grauenhaften Zustand geraten ist. Sie sind eine Wohltat für die Augen, Balsam für die Seele. Ein Leben ohne Frauen wäre ein Alptraum, des Weiterlebens nicht wert.
»Muss das sein?«, fragte Frank halblaut niemanden im Besonderen, wohl [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=357&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div class="post-body">
<p>Frauen&#8230; wie könnte ein Mann Frauen nicht lieben! Frauen sind großartig, wunderbar, ein Trost in einer Welt, die in einen grauenhaften Zustand geraten ist. Sie sind eine Wohltat für die Augen, Balsam für die Seele. Ein Leben ohne Frauen wäre ein Alptraum, des Weiterlebens nicht wert.</p>
<p>»Muss das sein?«, fragte Frank halblaut niemanden im Besonderen, wohl eher sich selbst. Der Pirelli-Kalender 2008 war mit pompösem Gehabe in Berlin vorgestellt worden, und die Bilder hatten promt ihren Weg in die Nachrichtensendung gefunden. Die Bilder der blitzlichtumflammten Ehrengäste, aber auch die Bilder des Kalenders. Vor dem Fernseher saß nicht nur Frank und seine Frau, sondern auch die Kinder sahen zu. Timmy, neun Jahre alt, guckte aufmerksam, mit leicht gerunzelter Stirn, Judith, zwei Jahre älter als ihr Bruder, rümpfte die Nase. &#8222;Iiiiih, ein Riesenkäfer«, quietschte sie, »den würde ich mir nicht auf die Backe setzen lassen.«<br />
Timmy meinte: »Angsthase! Ist doch nichts dabei.«<br />
Judith gab zurück: »Du isst ja auch Regenwürmer. Du bist sowieso ein Barbar.«<br />
Timmy wusste nicht, ob dies ein Lob oder eine Beleidigung war. »Papa, was ist ein Barbar?«<br />
Frank war froh, dass die Bilder auf dem Fernsehschirm nun wieder familientauglich waren und gab die Frage weiter: »Das kann Judith sicher erklären, sie hat dich ja so genannt.«<br />
»Ein Barbar rennt nackig durch den Urwald und frisst Käfer, Würmer und Schlangen.«<br />
»Ich renne überhaupt nicht nackig durch den Urwald! Und der Regenwurm war eine Mutprobe. Die hast du nicht bestanden, aber ich!«<br />
»Mädchen müssen nicht mutig sein.«<br />
Michelle war, wie so oft, um Ausgleich bemüht: »Niemand muss etwas, was ihm zuwider ist. Ob Mädchen oder Junge.«<br />
»Dann muss ich ja«, schloss Timmy sofort messerscharf, »die doofen Tomaten nicht essen.« Er wies auf seinen ansonsten geleerten Teller, auf dem noch vier rote Scheiben darauf warteten, verspeist zu werden.</p>
<p>Später, die Kinder waren in ihren Betten, fragte Frank seine Frau: »Meinst du, dass sie zu jung sind, um die erotische Komponente dieses Kalenders zu bemerken?«<br />
»Hast du denn mit neun Jahren schon ein Auge dafür gehabt?«<br />
Frank überlegte. Wann hatte er eigentlich entdeckt, welchen Reichtum Frauen in die Welt bringen? Dass sie nicht nur Mütter oder doofe Mädchen sind, sondern dass Frauen Regungen hervorrufen, die zu erstaunlichen Ergebnissen am eigenen Leib führen konnten?<br />
Mit neun Jahren bestimmt noch nicht. War es damals, mit 13 Jahren, als er die Magazine seines großen Bruders durchblätterte, mit großen Augen, mit Staunen, mit beginnender Erkenntnis? Die Zimmertüre verriegelt, und doch ständig mit der Furcht, erwischt zu werden, die Zeitschrift offen auf dem Bett, die linke Hand im Schoß, ein feuchtes Handtuch bereitgelegt, um Spuren zu tilgen, wenn der Rausch verflogen war.<br />
Was solche Fotos zeigten, war natürlich unerreichbar, kein Mädchen nahm Notiz von einem pickeligen Buben in kurzen Hosen, dem der Radiergummi in der Schule zu Boden fiel, damit er beim Aufheben womöglich einen Blick aus geeigneter Perspektive auf kurzberockte Mädchen werfen konnte.<br />
Die Bilder waren auch &#8211; verglichen mit dem, was heute in den Medien gezeigt wurde &#8211; harmlos, fast verschämt. Es gab kein Internet mit Seiten ab 18, die ohne jegliche Kontrolle auch von Kindern geöffnet werden konnten. Ein Klick auf »Enter« nach dem Warnhinweis genügte, um jegliches anatomische Detail und alle Spielarten der geschlechtlichen Betätigung in allen Einzelheiten zu betrachten.<br />
<img class="alignright size-full wp-image-374" title="lilienthal" src="http://gjmberlin.files.wordpress.com/2008/11/lilienthal.jpg?w=250&#038;h=308" alt="lilienthal" width="250" height="308" />Michelle schmiegte sich an ihn. »Als ich in Judiths Alter war, habe ich jedes Mal gekichert, wenn wir an dem Lilienthal-Denkmal im Park vorbeikamen. Von hinten betrachtet ging es ja noch, aber von vorne, auf dem Weg von der Schule nach Hause immer im Blick, habe ich mich regelmäßig amüsiert. Dieses komische Anhängsel da unten am Bauch&#8230;«<br />
»Immerhin hängt es brav nach unten.«<br />
Michelles Hand überprüfte den Zustand von Franks Anhängsel. Sie gluckste vergnügt, fuhr aber fort: »Aber dass das etwas mit der Frage zu tun hatte, woher eigentlich die Kinder kommen, so weit habe ich damals nicht gedacht.«<br />
»Das wissen wir ja nun. Der dopelte Beweis schläft nebenan und träumt womöglich von ekligen Käfern.«<br />
»Ich bin ja auch nicht mehr elf.«<br />
»Aber du bleibst meine Elfe.«<br />
Sie rückte noch näher. »Als mir meine Cousine, ich war wohl 14 oder so, erzählte, wie das wirklich vor sich geht mit dem Kindermachen, wollte ich ihr das nicht glauben. Nie und nimmer konnte ich mir vorstellen, dass ich mit einem Jungen beziehungsweise meinem Mann nackt in einem Bett liegen würde. Ich war sehr darauf bedacht, dass mich niemand beim Umziehen im Schwimmbad sehen konnte, noch nicht einmal meine Freundinnen.«<br />
»Ich hatte auch keine Vorstellung, wie das eigentlich technisch gesehen funktionieren soll. Im Biologiebuch waren schematische Zeichnungen zu finden, und wie mein kleiner Freund seine Gestalt verändern konnte, war mir ja nicht unbekannt. Aber für den Rest fehlte mir die Phantasie.«<br />
»Wie wäre es mit ein wenig Praxis?«, fragte Michelle.</p>
<p>Beim Einschlafen dachte Frank darüber nach, wie gut sie es doch hatten. Sie kamen ohne Pirelli-Kalender aus, ohne schmuddelige Hefte oder Internetseiten. Ihre Liebe war nicht reduziert auf körperliche Höchstleistung nach zweifelhaften Vorlagen, durfte fließen wie und wohin sie wollte, das ganze Leben durchdringen. Es gab jede Menge Phantasie, und immer wieder neue Entdeckungen. In guten, wie in schlechten Tagen &#8211; wie es der uralte Spruch beschrieb. Die Liebe seiner Michelle hob ihn empor, wenn er am Boden war, inspirierte ihn, war viele Jahre alt und doch noch immer jung.</p>
<p>Frauen&#8230; wie könnte ein Mann Frauen nicht lieben! Frauen sind großartig, wunderbar, ein Trost in einer Welt, die in einen grauenhaften Zustand geraten ist. Sie sind eine Wohltat für die Augen, Balsam für die Seele. Ein Leben ohne Frauen wäre ein Alptraum, des Weiterlebens nicht wert.</p></div>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Fremde</title>
		<link>http://gjmberlin.wordpress.com/2008/11/15/der-fremde/</link>
		<comments>http://gjmberlin.wordpress.com/2008/11/15/der-fremde/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 17:05:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Gernot Mannsburg sich wieder auf den Weg machen wollte, setzte sich der Fremde neben ihn auf die Parkbank.
»Sie gestatten?«
»Selbstverständlich. Ich wollte gerade aufbrechen.«
Der Fremde schlug das rechte Bein über das linke und musterte Gernot aufmerksam. Seine Mine wirkte nicht unfreundlich, doch schien ihm etwas Distanziertes anzuhaften.
»Sind Sie sehr in Eile?«, fragte er.
»Ein wenig schon, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=340&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal"><img class="alignright" src="http://www.sxc.hu/pic/m/e/ej/ejbevan/851978_canopy_sunrise.jpg" alt="" width="200" height="300" />Als Gernot Mannsburg sich wieder auf den Weg machen wollte, setzte sich der Fremde neben ihn auf die Parkbank.</p>
<p class="MsoNormal">»Sie gestatten?«</p>
<p class="MsoNormal">»Selbstverständlich. Ich wollte gerade aufbrechen.«</p>
<p class="MsoNormal">Der Fremde schlug das rechte Bein über das linke und musterte Gernot aufmerksam. Seine Mine wirkte nicht unfreundlich, doch schien ihm etwas Distanziertes anzuhaften.</p>
<p class="MsoNormal">»Sind Sie sehr in Eile?«, fragte er.</p>
<p class="MsoNormal">»Ein wenig schon, ich möchte nach Hause fahren.«</p>
<p class="MsoNormal">Gernot sah auf seine Armbanduhr. 17:30 Uhr, normalerweise parkte er ungefähr um diese Zeit in seiner Straße, um dann die zwei Stockwerke zur Wohnung emporzusteigen, die Aktentasche abzustellen, seine Frau zu begrüßen, in bequemere Kleidung zu wechseln und anschließend zu sehen, was der Abend noch brachte.</p>
<p class="MsoNormal">»Ich hätte nämlich«, meinte der Fremde, »eine Frage zu stellen.«</p>
<p class="MsoNormal">Auf ein paar Minuten kam es ihm angesichts des ungeplanten Aufenthaltes im Park nun auch nicht mehr an, und so antwortete Gernot: »Bitte sehr, fragen Sie ruhig.«</p>
<p class="MsoNormal">»Es muss auch nicht sein, aber es wäre sicher in Ihrem Interesse, mir eine Antwort zu geben.«</p>
<p class="MsoNormal">»In meinem Interesse? Was wissen Sie denn von meinen Interessen? Wir sind uns doch fremd, oder?«</p>
<p class="MsoNormal">Es war in der Tat so, dass Gernot ein wenig unsicher war. Er hatte sein Leben lang kein sonderlich gutes Gedächtnis für Personen gehabt, überhaupt für manche Dinge nicht, die anderen Menschen von großer Wichtigkeit waren. Daten von Ereignissen etwa, oder welche Kleidung wer wann getragen, in welchem Restaurant man vor soundso viel Monaten welche Speisen genossen hatte…</p>
<p class="MsoNormal">»Nein, und doch ja. Sie kennen mich nicht, das ist richtig.«</p>
<p class="MsoNormal">»Aber Sie meinen, meine Interessen abwägen zu können?«</p>
<p class="MsoNormal">»Ich meine nicht nur.«</p>
<p class="MsoNormal">Gernot musterte den Mann aufmerksam. Womöglich ein Leser seiner Geschichten und Artikel? Oder jemand, mit dem er telefonischen Kontakt gehabt hatte?</p>
<p class="MsoNormal">»Nun gut, wie dem auch sei. Sie wollten mich etwas fragen, also fragen Sie.«</p>
<p class="MsoNormal">»Ich möchte nicht mit der Tür ins Haus fallen, andererseits ihre Zeit auch nicht über die Maßen beanspruchen. Es ist eine etwas – wie soll ich mich ausdrücken – delikate oder unübliche &#8211; Situation.«</p>
<p class="MsoNormal">»Sie machen es aber sehr spannend.«</p>
<p class="MsoNormal">Der Mann blickte hinauf zu den grauen Wolken, die gemächlich dahinzogen, als könne er von dort eine Inspiration für seine Formulierung erwarten. Es vergingen einige Augenblicke der Stille. Gernot überlegte, ob er sich verabschieden sollte, andererseits war sein Interesse geweckt. Dieser merkwürdig verschobene Tag brachte offenbar mit dieser Begegnung eine weitere skurrile Komponente, und warum auch nicht, es mochte ja durchaus tatsächlich wichtig für ihn sein. Das ließ sich erst beurteilen, wenn der Fremde die Frage gestellt haben würde.</p>
<p class="MsoNormal">»Wenn Sie keine Antwort geben möchten, oder zu keiner Antwort gelangen können, dann würde ich die nach meinem Empfinden beste Lösung wählen. Sie sind mir nicht unsympathisch, ich würde mir Mühe geben.«</p>
<p class="MsoNormal">»Vielleicht fragen Sie einfach, und dann sehen wir weiter?«</p>
<p class="MsoNormal">»Ja. Gut. Es wäre auch zu kompliziert oder zu langwierig, alles vorher zu erläutern.«</p>
<p class="MsoNormal">Gernot nahm eine Zigarette aus seiner Packung und hielt dann die Schachtel dem Fremden anbietend entgegen. Der schüttelte freundlich den Kopf und meinte: »Danke, ich rauche nicht.«</p>
<p class="MsoNormal">»Ist auch gesünder«, nickte Gernot und zündete seine Zigarette an.</p>
<p class="MsoNormal">»Ja, das sagt man allgemein.«</p>
<p class="MsoNormal">»Andererseits, Helmuth Schmidt ist Kettenraucher und ziemlich alt.«</p>
<p class="MsoNormal">»1918 geboren, also 9o Jahre. Schon eine beachtliche Lebensspanne heutzutage.«</p>
<p class="MsoNormal">»Ja, und mancher stirbt jung, obwohl er so gesund wie möglich lebt.«</p>
<p class="MsoNormal">Der Fremde nickte. Ein weiterer Blick zum Himmel, ein umgekehrtes Übereinanderschlagen der Beine, dann endlich kam er auf sein Anliegen zu sprechen, ohne dass Gernot es zunächst bemerkte.</p>
<p class="MsoNormal">»Wie würden Sie gerne sterben?«</p>
<p class="MsoNormal">»Ach, wenn man sich das aussuchen könnte, wenn es dann so weit ist…«</p>
<p class="MsoNormal">»Sie können auch durchaus ein wenig darüber nachdenken, wenn Sie nicht sofort zu einer Antwort finden.«</p>
<p class="MsoNormal">Gernot brauchte einen Augenblick, bis seine Gedanken das bisher Gesagte soweit verknüpfen konnten, dass er begriff, worum es ging.</p>
<p class="MsoNormal">»Das ist Ihre Frage? Wie ich einmal sterben möchte?«</p>
<p class="MsoNormal">»Ja. Wie würden Sie gerne sterben?«</p>
<p class="MsoNormal">»Nun ja, also wenn es dann irgendwann so weit wäre, dann wohl so schmerzlos wie möglich, denke ich. Vielleicht im Schlaf, ohne es zu bemerken.«</p>
<p class="MsoNormal">»Diese Option ist leider nicht verfügbar.«</p>
<p class="MsoNormal">Gernot nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarette und blies den Rauch gen Himmel. Der Fremde war schon ein merkwürdiger Zeitgenosse. Hielt er sich für Gott? Oder war er gar ein ausgesucht höflicher Verbrecher, der den Auftrag hatte, ihn zu töten? Einen solchen Unfug konnte Gernot sich für eine Geschichte ausdenken, aber wer im wirklichen Leben würde ihn, den Freizeitschriftsteller, den mittleren Angestellten eines Industriebetriebes, den Durchschnittsdeutschen, töten wollen?</p>
<p class="MsoNormal">»Wer bestimmt denn, welche Optionen verfügbar sind? Sie?«</p>
<p class="MsoNormal">»Nein, es sind eher die Umstände. Sehen Sie, es ist so, dass Sie – ich hoffe, ich darf so offen sprechen – nicht mehr die Gelegenheit haben werden, schlafen zu gehen. Insofern ist leider der Tod im Schlaf ausgeschlossen.«</p>
<p class="MsoNormal">Wider besseres Wissen fragte Gernot nun doch: »Wer sind Sie eigentlich? Ein Auftragskiller?«</p>
<p class="MsoNormal">»O nein, verzeihen Sie, wenn ich diesen Eindruck erweckt haben sollte. Es liegt nicht in meiner Hand, den Zeitpunkt festzusetzen. Allerdings kann ich in gewisser Weise Einfluss auf die Umstände nehmen, daher meine Frage an Sie.«</p>
<p class="MsoNormal">»Ich hatte eigentlich nicht die Absicht, in absehbarer Zeit zu sterben.«</p>
<p class="MsoNormal">»Das ist völlig normal. Lediglich Selbstmörder bilden eine Ausnahme. Und die wissen meist nicht, was sie tun.«</p>
<p class="MsoNormal">»Ich beabsichtige vielmehr, noch weiter zu leben.«</p>
<p class="MsoNormal">»Das ist ja nicht der schlechteste Zustand, um vom Diesseits Abschied zu nehmen.«</p>
<p class="MsoNormal">»Ich lebe ganz gerne, also warum sollte ich heute sterben?«</p>
<p class="MsoNormal">»Es gibt eine Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben, Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten.«</p>
<p class="MsoNormal">»Mir scheint, Sie zitieren die Bibel.«</p>
<p class="MsoNormal">»Ja, das ist richtig. Prediger Kapitel 3.«</p>
<p class="MsoNormal">»Und warum sollte meine Zeit für das Pflanzen vorbei sein? Gesundheitlich bin ich wohlauf.«</p>
<p class="MsoNormal">»Solche Antworten vermag ich nicht zu geben. Bei allem Verständnis für Ihre Irritation, die ich durch meine Frage selbst herbeigeführt habe, wie ich wohl weiß, bleibt es dabei, dass der Zeitpunkt gekommen ist, und dass ich aus Mitgefühl und Sympathie entschieden habe, Ihnen zumindest die Gelegenheit zu geben, eine Wahl zu treffen. Ansonsten bleibt es dabei, dass ich die nach meinem Empfinden beste Lösung aussuche.«</p>
<p class="MsoNormal">Gernot überlegte kurz und ernsthaft, ob er womöglich in einem Traum diese Unterhaltung führte und in Wirklichkeit zu Hause in seinem Bett lag. In diesem Fall wäre es nun ein geeigneter Zeitpunkt gewesen, aufzuwachen. Dann hätte auch dieser ganze graue verrutschte Tag nicht stattgefunden, dann säße er nicht mit einem Fremden auf der Parkbank und würde über die Umstände seines Todes reden, sondern er würde duschen, Kaffee trinken, zur Arbeit fahren und nach Feierabend ganz normal nach Hause zurückkehren, anstatt auf halbem Wege anzuhalten und einen Park aufzusuchen, weil ihm plötzlich während der Fahrt mulmig und dunkelgrau vor Augen geworden war.</p>
<p class="MsoNormal">»Ich will nun nicht drängeln«, sagte der Fremde, »aber wie gesagt, es obliegt mir nicht, den Zeitpunkt zu verzögern.«</p>
<p class="MsoNormal">»Wenn ich das alles nicht träume«, sagte Gernot, »dann habe ich ja nicht allzu viele Möglichkeiten, nicht wahr? Tod im Schlaf fällt aus. Was bleibt denn dann?«</p>
<p class="MsoNormal">»Ein Unfall, Herzversagen am Steuer als Ursache, oder ein Unfall mit Fremdverschulden, oder ein Herztod ohne Unfall. Das sind grob gesehen die Möglichkeiten im zur Verfügung stehenden Zeitfenster.«</p>
<p class="MsoNormal">Gernot beschloss, sich einstweilen, Traum oder nicht, auf das Spiel einzulassen.</p>
<p class="MsoNormal">»Beim Unfall kämen andere Menschen zu Schaden?«</p>
<p class="MsoNormal">»Das ließe sich vermeiden.«</p>
<p class="MsoNormal">»Und mein Tod träte sofort ein?«</p>
<p class="MsoNormal">»Das liegt schon in der Natur der Sache, da der Moment recht nahe gerückt ist.«</p>
<p class="MsoNormal">»Dann wähle ich den Unfall mit Fremdverschulden, damit meine Frau die doppelte Summe der Lebensversicherung bekommt. Andernfalls würde die Versicherung  womöglich davon abrücken, dass es ein Unfalltod war, und das Herzversagen als natürliche Todesursache hervorheben.«</p>
<p class="MsoNormal">Der Fremde nickte, mit einer Mine, die deutlich machte, dass er zufrieden war. »Gut«, sagte er, »Sie denken auch jetzt noch an das Wohl der Angehörigen. Ich hatte eigentlich von Ihnen nichts anderes erwartet, wie bereits gesagt, kenne ich Sie. Dann verabschiede ich mich jetzt.«</p>
<p class="MsoNormal">Der Mann stand auf und reichte Gernot die Hand. Ohne einen Blick zurück ging er den Weg hinunter in die tiefer werdende Dämmerung des Parks.</p>
<p class="MsoNormal">&#8230;</p>
<p class="MsoNormal">Esther Mannsburg blickte auf die Wanduhr im Wohnzimmer. Es war schon nach 18:00 Uhr. Gernot hatte um 17:00 Uhr vom Büro aus angerufen und gesagt, er breche nach Hause auf. Das Mobiltelefon hatte er, der so vieles vergaß, am Morgen zu Hause liegen lassen. Gegen 17:30 hätte er eigentlich ankommen müssen.</p>
<p class="MsoNormal">Aus weiter Ferne klangen Feuerwehrsirenen herüber.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Zurück nach Korinth &#8211; Teil 14</title>
		<link>http://gjmberlin.wordpress.com/2008/10/24/zuruck-nach-korinth-teil-14/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 06:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier nun der letzte Teil der Serie zum 1. Korintherbrief. Wiederum sind Kommentare, Ergänzungen, Widersprüche herzlich willkommen. 
Nun wechselt Paulus das Thema und geht zu einigen praktischen Dingen über. Er hat ja vor, Korinth in absehbarer Zeit zu besuchen.
Was aber die Sammlung für die Heiligen betrifft, macht auch ihr es so, wie ich es für [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=gjmberlin.wordpress.com&blog=2163781&post=334&subd=gjmberlin&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><em>Hier nun der letzte Teil der Serie zum 1. Korintherbrief. Wiederum sind Kommentare, Ergänzungen, Widersprüche herzlich willkommen. </em></p>
<p>Nun wechselt Paulus das Thema und geht zu einigen praktischen Dingen über. Er hat ja vor, Korinth in absehbarer Zeit zu besuchen.</p>
<p style="padding-left:30px;">Was aber die Sammlung für die Heiligen betrifft, macht auch ihr es so, wie ich es für die Gemeinden von Galatien angeordnet habe! An jedem ersten Wochentag lege ein jeder von euch bei sich zurück und sammle an, je nachdem er Gedeihen hat, damit nicht erst dann, wenn ich komme, Sammlungen geschehen.<br />
Wenn ich aber angekommen bin, so will ich solche, die ihr für bewährt haltet, mit Briefen senden, dass sie eure Gabe nach Jerusalem hinbringen. Wenn es aber der Mühe wert ist, dass auch ich hinreise, so sollen sie mit mir reisen. (1. Korinther 16, 1-4)</p>
<p>In Jerusalem ist Not am Mann, und diejenigen, die etwas abgeben können, weil sie »Gedeihen haben«, sollen bereits jetzt beginnen, etwas zurückzulegen. Vielleicht ist das auch für uns heute nicht die schlechteste Idee, nicht erst zu Weihnachten an die Armen zu denken, sondern ständig etwas abzugeben?<br />
Die Korinther sollen eindeutig nicht für die eigenen Belange sammeln, sondern für andere Menschen. Wir neigen dazu, höchstens das abzugeben, was »übrig« bleibt, nachdem unser Bedarf gestillt ist. Dass die Gläubigen in Korinth beiseite lesen sollen, je nachdem sie »Gedeihen haben«, zeigt deutlich, dass es nicht darum gehen kann und soll, dass sie nun ihrerseits in Not geraten, weil sie mit ihren Gaben helfen.<br />
Paulus, wir erinnern uns, arbeitet lieber, als sich finanziell unterstützen zu lassen. Die hier angeordnete Sammlung wird er sicher nach seinem »Gedeihen« unterstützen.</p>
<p style="padding-left:30px;">Ich werde aber zu euch kommen, wenn ich Mazedonien durchzogen habe. Denn Mazedonien durchziehe ich nur; bei euch aber werde ich vielleicht bleiben oder auch überwintern, damit ihr mich geleitet, wohin ich auch reise; denn ich will euch jetzt nicht im Vorbeigehen sehen, denn ich hoffe, einige Zeit bei euch zu bleiben, wenn der Herr es erlaubt. (1. Korinther 16, 5-7)</p>
<p>Paulus macht zwar Pläne, aber immer in dem Bewusstsein, dass letztendlich der Herr das Sagen hat. Er wünscht sich sehr, in Korinth zu sein, hat aber gerade alle Hände voll zu tun:</p>
<p style="padding-left:30px;">Ich werde aber bis Pfingsten in Ephesus bleiben, denn eine große und wirksame Tür ist mir geöffnet worden, und der Widersacher sind viele. (1. Korinther 16, 8-9)</p>
<p>Paulus hat ja bereits etwas weiter vorne in seinem Brief erwähnt, dass er in Ephesus »mit wilden Tieren gekämpft« hat, dass er »täglich stirbt«. Er nimmt das auf sich, weil er eine »große und wirksame Tür« für das Evangelium hat, durch die viele Menschen in das Reich Gottes kommen. Solche Gelegenheiten kann und will er nicht ungenutzt verstreichen lassen, so sehr er sich auch nach den Christen in Korinth sehnt.<br />
Wo haben wir in unserem Leben solche offenen Türen? Sicher sind wir nicht alle reisende Apostel, aber wer offene Augen und Ohren hat, wird solche Türen finden können und sie zu nutzen wissen, auch wenn die eigenen Pläne dabei auf der Strecke bleiben sollten.<br />
Viele Widersacher sind für Paulus eher eine Bestätigung und ein Ansporn, als ein Grund, abzureisen. Was tun wir, wenn sich Widersacher zeigen?</p>
<p style="padding-left:30px;">Wenn aber Timotheus kommt, so seht zu, dass er ohne Furcht bei euch sei! Denn er arbeitet am Werk des Herrn wie auch ich. Es verachte ihn nun niemand. Geleitet ihn aber in Frieden, dass er zu mir komme! Denn ich erwarte ihn mit den Brüdern. Was aber den Bruder Apollos betrifft, so habe ich ihm vielfach zugeredet, dass er mit den Brüdern zu euch komme; und es war durchaus nicht sein Wille, jetzt zu kommen, doch wird er kommen, sobald er Gelegenheit findet. (1. Korinther 16, 10-12)</p>
<p>Timotheus, der Schüler und Freund des Apostels, ist auf dem Weg nach Korinth. Apollos dagegen möchte einstweilen nicht kommen. Wir erinnern uns, dass Paulus am Beginn des Briefes den Korinthern vorhält, dass sie &#8211; einige zumindest &#8211; verschiedenen Männern statt Christus nachfolgen: »Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber Christi.«<br />
Als er diesen Brief schreibt, ist vermutlich keiner der genannten vor Ort in Korinth. Obwohl hier eine gewisse Verärgerung über Apollos und seine Weigerung, seinen Bitten nachzukommen, durchklingt, wäre es Paulus sehr recht, wenn dieser bereits dort nach dem Rechten sehen könnte. Doch einstweilen bleibt nur die Möglichkeit, zu schreiben und noch einmal zusammenzufassen:</p>
<p style="padding-left:30px;">Wachet, steht fest im Glauben; seid mannhaft, seid stark! Alles bei euch geschehe in Liebe. (1. Korinther 16, 15-18)</p>
<p>Die Liebe, die hier gemeint ist, hat er ja in diesem Schreiben ausführlich geschildert, sie als den »Weg noch weit darüber hinaus« vorgestellt, über Gaben und Diensten angesiedelt beziehungsweise als den richtigen Umgang mit Gaben und Diensten dargestellt. Wachsamkeit ohne Liebe, Festigkeit im Glauben ohne Liebe &#8211; für Paulus keine gute Lösung. Alles soll in Liebe geschehen. Auch der Umgang miteinander, und diesbezüglich fällt ihm noch eine Familie in Korinth ein:</p>
<p style="padding-left:30px;">Ich ermahne euch aber, Brüder: Ihr kennt das Haus des Stephanas, dass es der Erstling von Achaja ist und dass sie sich in den Dienst für die Heiligen gestellt haben; dass auch ihr euch solchen unterordnet und jedem, der mitwirkt und sich abmüht. Ich freue mich aber über die Ankunft des Stephanas und Fortunatus und Achaikus, denn diese haben eure Abwesenheit ersetzt. Denn sie haben meinen und euren Geist erquickt. Erkennt nun solche an! (1. Korinther 16, 15-18)</p>
<p>Offenbar bekleidet Stephanas ein Amt, wird aber nicht oder nicht von allen respektiert. Jemanden zu respektieren heißt ja nicht, in allem seiner Meinung zu sein. Meinungsverschiedenheiten sind menschlich, normal und &#8211; wie wir gesehen haben &#8211; auch zwischen den Aposteln nichts Ungewöhnliches. Apollos mag nicht nach Korinth, Paulus will, dass er kommt &#8211; aber dennoch können die beiden an einem Strang ziehen, was das Evangelium betrifft.<br />
Das sollte doch auch in unseren Reihen heute möglich sein?</p>
<p style="padding-left:30px;">Es grüßen euch die Gemeinden Asiens. Es grüßen euch vielmals im Herrn Aquila und Priska samt der Gemeinde in ihrem Hause. Es grüßen euch die Brüder alle. Grüßt einander mit heiligem Kuss! Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand.<br />
Wenn jemand den Herrn nicht liebhat, der sei verflucht! Maranatha! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch! Meine Liebe sei mit euch allen in Christus Jesus! (1. Korinther 16, 19-24)</p>
<p>Starke Worte zum Abschluss des Briefes. Verflucht Paulus tatsächlich die Menschen, die den Herrn nicht liebhaben? Das scheint gerade bei ihm, der doch sich selbst »dahingibt«, um genau diese Menschen in das Reich Gottes zu bringen, unwahrscheinlich.<br />
Nein. Er meint nicht die Menschen außerhalb der Gemeinde, die gar nichts von Jesus wissen. Vielmehr geht es um diejenigen, die um die Errettung wissen und statt den Herrn zu lieben, ihren eigenen Vorteil suchen. Der Brief ist ja nicht an die Welt gerichtet, sondern an die Menschen, die »reich geworden sind an aller Erkenntnis« und bei denen »an keiner Gnadengabe« Mangel herrscht. Diese Mitglieder der Gemeinde in Korinth will er auch nicht verfluchen in dem Sinne, dass er sie der ewigen Verdammnis überantwortet, sondern es geht hier um die Unterscheidung, die so breiten Raum in diesem Brief eingenommen hat: Gibt sich jemand den Anschein, Christus nachzufolgen, oder meint er es ernst?<br />
Das letztere schließt nicht aus, dass jemand Fehler macht, sündigt, Irrtümern unterliegt&#8230; &#8211; aber wenn jemand sich selbst liebt und nicht den Herrn, dann ist eine klare Trennung sinnvoll und angebracht.</p>
<p>Ganz am Schluss stehen die Gnade des Herrn und die Liebe des Apostels, der diesen langen Brief aufgrund seiner Liebe zu den Gläubigen in Korinth verfasst hat.</p>
<p><em>Ende der Serie</em></p>
<p><em>Ob ich mit den 2. Korintherbrief fortfahre, weiß ich noch nicht. Erst einmal will ich das Manuskript (auch anhand der Kommentare zu den einzelnen Teilen) überarbeiten und ergänzen, womöglich wird ein Buch daraus?</em></p>
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